Eisarena in Flensburg: 20 Kilometer Schlauch für Schlittschuh-Spaß
Auf der Flensburger "Exe" wird nach einem Jahr Corona-Zwangspause eine Schlittschuhbahn aufgebaut: die Eisarena. Sie soll die größte Norddeutschlands werden - mit 1.100 Quadratmetern.
Ein riesiges weißes Zelt steht auf der "Exe" in Flensburg. Darin sollen ab 5. November Schlittschuhbegeisterte auf ihre Kosten kommen. Doch elf Tage vorher ist weit und breit kein Eis zu sehen. Dafür aber acht Männer, die lange schwarze Schläuche auf einem mit Plastikplanen bedeckten Boden auslegen. "Durch diese Schläuche fließt nachher das Kühlmittel, damit das Eis überhaupt erst entstehen kann", erklärt Patrick Lämmel, "der Abstand darf nicht zu groß werden, damit wir nicht zu viel Energie verschwenden." Insgesamt sind es knapp 20 Kilometer Kälteschläuche, die Lämmel und Co. für ihre mobile Eisarena in Flensburg verlegen müssen.
Neuer Schwung nach Corona-Zwangspause
Vor zwei Jahren war die Eisarena in Flensburg noch etwas kleiner und stand an der Hafenspitze. Laut den Veranstaltern musste sie in diesem Jahr auf den "Exe" ausweichen, weil die Stellfläche nicht mehr ausreichte. Generell ist Aufbauhelfer Patrick Lämmel froh darüber, dass es nach einem Jahr Corona-Zwangspause endlich wieder weitergehen kann: "Die Arbeit macht Spaß und ist total abwechslungsreich. Im Sommer waren wir wieder voll zurück im Schaustellerleben und jetzt im Winter haben wir die Eisbahn, einfach toll!"
Eisarena verbraucht 10.000 Kilowatt im Monat
Neben der Eisarena steht das Kühlaggregat, ein grauer Kasten. "Das Ding hier kühlt die ganze Fläche runter auf minus sechs bis minus zehn Grad", sagt René Blunk, der den Aufbau leitet und für die Technik der Anlage zuständig ist. Der Boden der Eisarena besteht aus 1.000 Hartschaumplatten ausgelegt, die wiederum auf einem Holzboden aufliegen: "Wir benutzen zwar Ökostrom, trotzdem wollen wir natürlich so viel Energie wie möglich sparen, deswegen ist hier auch alles gedämmt und abgedichtet." Trotz Dämmung verschlingt der Betrieb der Eisarena natürlich eine ganze Menge Strom. "Also, ich würde mal von 10.000 Kilowatt pro Monat ausgehen", schätzt Bauleiter René Blink. Das entspricht etwa dem Energieverbrauch von drei Familien in einem Jahr.
Schlittschuh-Spaß bis Februar
Am kommenden Freitag soll die Fläche der Eisarena erst mit Wasser geflutet und dann so tief heruntergekühlt werden, dass die Eisschicht entstehen kann. "Das wird in den Abendstunden passieren, weil dann auch die Außentemperaturen niedrig sind", erklärt René Blunk. Die ersten Besucher dürfen am 5. November Schlittschuhlaufen, danach bleibt die Arena bis Anfang Februar geöffnet.
