Stand: 12.08.2018 11:33 Uhr

Eckernförder radelt 15.000 Kilometer bis Peking

von Christine Pilger

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Der 24-Jährige Nono Konopka auf Abschiedsbesuch in seiner Heimat Eckernförde.

In Eckernförde strahlt die Sonne, der Strand füllt sich mit Urlaubern - auch der 24 Jahre alte Nono Konopka könnte glatt als Tourist durchgehen. Schließlich zieht er eine große Reisetasche hinter sich her, trinkt entspannt einen Kaffee auf einer Bank mit Blick auf das Wasser. Nono Konopka ist gebürtiger Eckernförder, hat an der Peter-Ustinov-Schule sein Abitur gemacht. In Eckernförde besuchte er seine Eltern, ist jetzt aber schon wieder auf dem Sprung nach Berlin. Von dort startet das größte Abenteuer seines Lebens - 15.000 Kilometer mit dem Fahrrad nach Peking.

"Wir sehen es als großes Privileg, studieren zu dürfen"

Nono Konopka bestreitet die Tour nicht alleine. Zusammen mit seinem Freund Max Jabs, den er im Studium Internationales Marketing in den Niederlanden kennengelernt hat, radelt er ab September für zehn Monate durch die Welt. Vor zwei Wochen haben die beiden ihr Studium abgeschlossen. Bevor es ins Arbeitsleben geht, wollen sie anderen Menschen Bildung ermöglichen. "Wir haben beide in etwas ärmeren Ländern - ich in Mexiko, Max in Vietnam - mit Kindern gearbeitet. Dadurch haben wir realisiert, wie gut wir es haben. Es ist ein großes Privileg, dass wir studieren durften. Deswegen haben wir gesagt: Hey, lass uns etwas Gutes tun und Spenden für eine Schule sammeln - und das mit einem Abenteuer verbinden", sagt Nono Konopka.

Nicht viel Platz für Gepäck

Für den Eckernförder und seinen Kumpel ist klar - ein Luxus-Urlaub wird das nicht. Die beiden verpacken zwei wetterfeste Jacken, einige T-Shirts und Hosen plus Medikamente, Flickzeug für die Fahrräder und Kamera-Equipment mit Ladegeräten in insgesamt zehn Taschen. Außerdem nehmen sie noch ein Zelt mit. Konopka und Jabs wollen unterwegs, immer wenn es geht, im Freien übernachten. So sparen sie Kosten, erklärt Konopka. Auch Wasserfilter, Kochzubehör und einen Benzin-Kocher haben die beiden dabei: "Da macht man sich morgens ein paar Haferflocken, mittags und abends ein paar Nudeln oder Kartoffeln. Und dann reicht das." Das Reise-Equipment für die Tour ist größtenteils durch Sponsoren finanziert, so auch die extra angefertigten Fahrräder eines kleinen Berliner Herstellers. Die Kosten unterwegs tragen die beiden selbst.

Der Sattel muss bequem sein

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Mehr Gepäck hat Nono nicht: Für die 15.000 Kilometer lange Tour hat er vier Fahrradtaschen und eine Packrolle.

Die wichtigste Frage bei so einer Fahrradtour für Amateure ist natürlich, wie die beiden das körperlich durchstehen wollen. Der Schleswig-Holsteiner gibt lachend zu, dass er kein wirklicher Radtour-Profi ist. Trainieren könne man diese Strecke sowieso nicht, so Konopka. Daher setzen die beiden darauf, ihre Fitness während der Tour stetig zu verbessern. Aber eins war den Beiden wichtig: Ein extra angefertigter ergonomischer Sattel. "An dem Ende wollten wir nun wirklich nicht sparen". Auf andere Probleme können sich sie auch nur bedingt einstellen. Neben den möglichen Sprachproblemen in den asiatischen Ländern wie Turkmenistan, Usbekistan oder China haben Nono Konopka und Max Jabs vor einem Streckenabschnitt besonderen Respekt: "Wir werden gegen Ende April den Pamir-Highway von Tadschikistan nach Kirgistan fahren. Das ist der zweithöchste Highway der ganzen Welt. Da fahren wir für ungefähr zweieinhalb Wochen auf durchschnittlich 4.500 Metern Höhe."

Die letzten Vorbereitungen laufen

Kurz vor Beginn der Reise ist Nono Konopka besonders wichtig, noch einmal Familie und Freunde zu besuchen. Am 2. September schwingen sich die beiden Freunde dann auf den Sattel, die Fahrräder stehen schon in ihrer derzeitigen Heimatstadt Berlin bereit. Auch die Spenden-Kampagne ist bereits angelaufen: 70.000 Euro sollen am Ende der Reise für die Hilfsorganisation "Pencils of Promise" zusammenkommen. Das Geld fließt dann nach Guatemala, erklärt Konopka und fügt an: "Mit den 70.000 Euro kann dort eine gesamte Schule gebaut werden. Und 400 Kinder können ein gesamtes Jahr zur Schule gehen."

Er und sein Kumpel Max selbst sehen von dem Geld nichts, ihnen wird nur digital angezeigt, wenn jemand gespendet hat. Um Familie, Freunde und Spender über Ihre Tour auf dem Laufenden zu halten, wollen die beiden über ihre Homepage www.bikingborders.com/de regelmäßig Fotos und Blogeinträge von Berlin bis Peking posten. Und die Familie schickt sicher mal sonnige Fotos vom Eckernförder Strand, denn "hier ist es auch wirklich schön", sagt Nono Konopka und zieht mit seiner Tasche Richtung Bahnhof.

Karte: 15.000 Kilometer für den Guten Zweck

 

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein von 10 bis 2 | 12.08.2018 | 11:40 Uhr

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