Stand: 09.12.2019 13:39 Uhr

E-Mobilität: Kfz-Verband fordert Geld aus Fördertopf

Wer sich einen Elektrowagen kauft, der bekommt von der Bundesregierung einen Zuschuss und von den Autoherstellern einen Preisnachlass. Durch den sogennanten Umweltbonus sollen mehr E-Autos verkauft werden. Der Verband des Kfz-Gewerbes in Schleswig-Holstein will jetzt etwas von der Förderung abhaben und verlangt von der Politik Geld. "Wir sind im Kfz-Gewerbe die Schnittstelle zum Kunden und von uns hängt es ab, ob Elektromobilität in der Fläche ein Erfolg wird", sagt die Präsidentin des Verbandes in Schleswig-Holstein, Nina Eskildsen.

Investition bis zu 200.000 Euro pro Werkstatt

Verbandschef Jan-Nikolas Sontag findet, wenn die Politik mehr Elektroautos auf den Straßen wolle, dann dürfe sie die Werkstätten nicht vergessen. Denn um die E-Autos warten und reparieren zu können, müssten nach seinen Angaben Mitarbeiter der Autohäuser für Tausende Euros geschult werden. Hinzu komme teures Spezialwerkzeug und zum Beispiel die Fordeurng nach Ladesäulen vor den Werkstätten. Das seien Investitionen von 100.000 bis 200.000 Euro pro Werkstatt, meint der Verbandsvorsitzende. Wenn die Elektromobilität durchgesetzt werden soll, müssten die Kfz-Betriebe genauso Geld in die Hand nehmen wie die Hersteller, meint der Verband.

Verband des Kfz-Gewerbes fordert gerechte Geldverteilung

Und das Verhalten der Hersteller gegenüber dem Handel sieht Sontag dabei durchaus zwiespältig, denn "die Hersteller werden diese Fahrzeuge ab dem nächsten Jahr schon wegen der CO2-Flottenziele in den Markt drücken." Für die Hersteller gehe es dabei um Milliarden - um die Milliarden der Kaufprämie vom Bund und die Milliarden, die sie an Strafzahlungen an die EU leisten müssten, wenn sie die ab 2020 neu vorgegebenen Grenzwerte mit ihren Flotten nicht einhalten können. Für den Handel gehe es also darum, seine wirtschaftliche Position abzusichern. "Wir müssen sehr aufpassen, dass die Verbreitung der Elektromobilität nicht zu Lasten des Handels geht. Manche Hersteller geben bereits Elektroverkaufsquoten vor", erklärt Jan-Nikolas Sontag. Als partnerschaftliche Zusammenarbeit empfinde das Kfz-Gewerbe das nicht. Deswegen sei die Politik gefordert, alle Beteiligten gleich zu behandeln und die E-Auto-Förderung gerecht zu verteilen.

Verkehrsminister hält Forderung für überzogen

Im schleswig-holsteinischen Verkehrsministerium kommen die Forderungen nach staatlicher Unterstützung für die Kfz-Werkstätten nicht gut an. Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) sagte, vor dem Hintergrund der aktuell guten Auftragslage in der Kfz-Branche halte er die Forderung nach Fördergeldern für überzogen.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 09.12.2019 | 14:00 Uhr

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