Stand: 15.10.2018 11:40 Uhr

Dürrehilfe: Anträge können online gestellt werden

Landwirte in Schleswig-Holstein, die durch den heißen Sommer massive Ernteeinbußen zu beklagen haben, können jetzt eine Dürrehilfe beantragen. Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume nimmt ab sofort die Anträge entgegen. Wer noch in diesem Jahr Abschlagszahlungen erhalten möchte, hat bis zum 2. November Zeit, seinen Antrag einzureichen. Hilfsgelder von insgesamt 2.500 bis 500.000 Euro können gewährt werden.

Kriterien könnten viele Bauern abschrecken

Die Dürrehilfe ist an strenge Kriterien gebunden, die alle erfüllt sein müssen - und das könnte nach Einschätzung von Stephan Gersteuer, Generalsekretär des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, für viele Landwirte ein Hindernis sein. Allein, dass sie dafür ihr Privatvermögen offenlegen müssen, würde viele Bauern abschrecken, einen Antrag auf Dürrehilfe zu stellen, meint Gersteuer.

Laut der Dürrehilfe-Kriterien dürfen die Einkünfte pro Jahr bei Eheleuten nicht über 120.000 Euro liegen, bei Einzelpersonen nicht über 90.000 Euro. Dabei werden auch Einnahmen, die nicht aus der Landwirtschaft stammen, mit einbezogen. So können zusätzliche Einkünfte von Windkraft- oder Solaranlagen schon zum Scheitern des Antrags führen, ebenso wie ein Ehepartner mit eigenem Gehalt. Arbeitet etwa die Frau des Landwirts als Lehrerin könne das schon ein Ausschlusskriterium für einen erfolgreichen Antrag sein, erklärt Gersteuer.

Generell werden Hilfsgelder nur ausgegeben, wenn der Naturalertrag auf Acker und Grünland im Betriebsdurchschnitt um über 30 Prozent geringer ist als in den letzten drei Jahren.

Maximal 50 Prozent des Dürreschadens kann ersetzt werden

Die Frist der Antragsstellung läuft bis 30. November. Mit den Zahlungen bekämen existenzbedrohte Betriebe erste Nothilfen, sagte Agrarminister Jan Philipp Albrecht (Grüne). Grundsätzlich können maximal 50 Prozent des gesamten Dürreschadens ersetzt werden. Das Agrarministerium hatte Anfang August die Dürreschäden im Land auf 422 Millionen Euro geschätzt.

Das Kabinett in Kiel hatte Ende September die Beteiligung am Bund-Länder Programm für Dürrehilfen an Bauern beschlossen. Der Bund sagte den deutschen Bauern bis zu 170 Millionen Euro zu. Davon sollen zehn Millionen auf Schleswig-Holstein entfallen, die das Land um die gleiche Summe ergänzt. Die Bauern hatten die schlechteste Ernte seit vielen Jahren eingefahren.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.10.2018 | 17:00 Uhr

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