Stand: 21.04.2020 16:33 Uhr

Droh-Fax unterbricht Prozess wegen Bombendrohungen

Der Prozess gegen einen 32-Jährigen aus dem Kreis Pinneberg wegen einer Serie von Bombendrohungen ist kurz nach seinem Auftakt unterbrochen worden. Der Grund: Eine Bombendrohung per Fax. Das Schreiben war laut einer Sprecherin um 12:41 Uhr beim Gericht eingegangen. Es seien Sprengsätze vor dem Gerichtssaal deponiert worden, so der Inhalt. In dem Schreiben sei auch die Rede von NSU 2.0 gewesen, geendet habe das Fax mit "Heil Hitler". Daraufhin wurde die Verhandlung noch vor dem Verlesen der Anklage unterbrochen und ein großer Teil des Gerichtskomplexes geräumt. Kurz danach konnte aber bereits Entwarnung gegeben werden. Der Prozessauftakt am Dienstag war bereits in einen anderen Saal verlegt worden, nachdem eine andere Drohung schon Stunden vor Beginn des Prozesses im Zusammenhang mit dem Verfahren eingegangen war.

Mehr als 100 Bombendrohungen in fünf Monaten

Der 32-Jährige aus Halstenbek soll von Dezember 2018 und April 2019 mehr als 100 Bombendrohungen verschickt haben. Von den Drohschreiben waren unter anderen das Rathaus in Flensburg oder auch die Landgerichte in Itzehoe und Kiel betroffen. Der Fall wird in Berlin verhandelt, weil der Mann nicht nur Einrichtungen in Schleswig-Holstein, sondern in ganz Deutschland bedroht haben soll. In den Mails mit rechtsextremen Inhalten drohte er laut Staatsanwaltschaft auch Einkaufszentren mit Bombenanschlägen und anderen Tötungsdelikten. Gefunden hatte die Polizei im Zuge von Evakuierungen nie etwas. In dem Prozess in Berlin wird es wohl auch darum gehen, ob der 32-Jährige schuldfähig ist.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.04.2020 | 08:00 Uhr

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