Stand: 09.01.2019 14:48 Uhr

"Domino-Effekt" sorgt für kiloschweren Drogenfund

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Große Mengen Amphetamine, Ecstasy, Kokain und Marihuana haben die Beamten sichergestellt.

Dem Zoll in Kiel ist ein großer Schlag gegen den Drogenhandel in Schleswig-Holstein gelungen: Die Ermittler präsentierten am Mittwoch bei einer Pressekonferennz rund 30 Kilogramm Amphetamine, 10 Kilogramm Marihuana, 30.000 Ecstasy-Pillen und 500 Gramm Kokain. Laut Polizei liegt der Straßenverkaufswert der Drogen bei rund 750.000 Euro. Außerdem gehe man davon aus, dass die Kriminellen zusätzlich Drogen im gleichen Wert umgesetzt hätten. Nie zuvor wurde im Land eine ähnlich große Menge an Amphetaminen sichergestellt.

Kurier löste einen "Domino-Effekt" aus

Insgesamt hätten die Ermittlungen zwei Jahre gedauert, berichteten die Behörden. Begonnen habe alles, als die Polizisten in Kiel bei der Kontrolle eines Autos im März 2017 rund 100 Gramm Kokain und zwei Kilo Marihuana entdeckten. Der Fund habe einen "Domino-Effekt" ausgelöst, erklärte René Matschke, der Leiter des Zollamtes Hamburg. Denn der Kurier sagte aus, wer ihm den Auftrag gegeben hatte, die Drogen zu transportieren.

Die Auftraggeber verrieten wiederum, wer ihre Lieferanten waren. Weil die Ermittler den Beschuldigten klarmachen konnten, dass ein Geständnis sich oft positiv auswirkt, seien diese "sehr auskunftsfreudig" gewesen, berichtete Matschke. Bei den Kriminellen habe es sich nicht um eine Bande gehandelt, die Beteiligten hätten weitestgehend unabhängig gehandelt.

Bis zu sechs Jahre hinter Gitter

Bisher habe die Polizei 13 Personen festgenommen. Rund die Hälfte wurde bereits verurteilt. Teilweise sitzen sie für lange Zeit im Gefängnis: Ein Mann muss für sechs Jahre hinter Gittern. Bei anderen Beteiligten ist die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Bei sieben Beschuldigten stehe das Urteil noch aus. Die Staatsanwaltschaft Kiel hat außerdem zwei internationale Haftbefehle gegen in den Niederlanden sitzende Drogenlieferanten erwirkt. Und noch sind die Ermittlungen nicht abgeschlossen, denn - so berichtet die Polizei - es konnten noch weitere Täter identifiziert werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 09.01.2019 | 14:00 Uhr

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