Stand: 07.03.2019 17:15 Uhr

Digitalpakt: Geld soll schnell bei Schulen ankommen

Rund 170 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren, also 34 Millionen jährlich, bringt der Digitalpakt den Schulen in Schleswig-Holstein. Damit die Lehrer Unterstützung bei der Umsetzung der digitalen Möglichkeiten bekommen, hat die Koalition aus CDU, Grünen und FDP im Haushalt Platz für zehn zusätzliche Stellen geschaffen, sagte Bildungsministerin Karin Prien. Die CDU-POlitikerin ist überzeugt, dass deren Arbeit in Anspruch genommen wird. "Unsere Lehrer sind begeistert, wenn es um digitale Bildung geht", sagte Prien.

Lehrer sollen digitale Medien sinnvoll anwenden

Das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein (IQSH), zuständig für die Lehrerfortbildung, sieht kein Problem darin, dass sich viele Schüler besser mit Tablet, Computer und Co. auskennen als die Lehrkräfte. Für die Leiterin der Weiterbildung, Petra Fojut, geht es nicht darum, technisch versiert zu sein und die Geräte zu beherrschen. "Sondern, dass man darüber nachdenkt, welchen Sinn hat das? Wie unterstützt es mein Lernen - und das ist das pädagogische Rüstzeug, was die Lehrkräfte mitbringen", erläutert Fojut.

Apps können Lernhilfe sein

Das Institut will jetzt für jedes einzelne Fach herausfinden, wo digitale Hilfen Sinn ergeben. Audios und Videos seien im Kunst- und Musikunterricht bereits an der Tagesordnung, die anderen Fächer hätten Nachholbedarf. Lehrer könnten Eltern auch Lern-Apps empfehlen, die beispielsweise Grundschülern beim Lernen von Zählen unterstützen oder in Deutsch das Textverständnis verbessern.

Bund muss Förderrichtlinien zustimmen

Bevor die Schulen von dem Geld profitieren können, müssen sie es beantragen. Im Bildungsministerium werden daher gerade Förderrichtlinien erarbeitet, damit das Antragsverfahren auf den Weg gebracht werden kann und die Mittel gerecht verteilt werden können. Der Bund muss das Landeskonzept dann noch abnicken. Die Organisation war am Donnerstag auch Thema im Landtag.

Parteien wollen keine Zeit verlieren

Abgeordnete aller Partei sind sich einig, dass man nun keine Zeit mehr verlieren darf und die Umsetzung daher gut organisiert werden muss. Christopher Vogt fordert, den Unterricht durch die Gelder besser zu machen. "Den Overhead-Projektor, den ich immer noch an einigen Schulen sehe, durch Beamer zu ersetzen - das ist keine Digitalisierung", sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende. Tobias Loose von der CDU verwies darauf, dass ein technisches pädagogisches Einsatzkonzept und ein Fortbildungsplan vorgelegt werden müssen.

Bildungsföderalismus auflösen - ja oder nein?

SPD-Bildungspolitiker Martin Habersaat warb für eine gerechte Verteilung der Gelder ohne bürokratischen Aufwand. Die Grünen setzen auf einen Einsatz nach Bedarf und warben dafür, dass das Kooperationsverbot komplett gestrichen werden soll und der Bund dadurch Einfluss auf die Landesschulpolitik nehmen kann. Die AfD warnte davor, den Bildungsföderalismus aufzulösen.

Prien: Bereits dieses Jahr sollen Gelder fließen

Trotz der unterschiedlichen Ansätze ist Ministerin Prien "hoffnungsvoll, dass schon in diesem Jahr die ersten Mittel aus dem Digitalpakt fließen werden". Die Fragebögen sollen bereits in Kürze an die Schulträger verschickt und nach dem Sommer über die Anträge entschieden werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 07.03.2019 | 12:00 Uhr

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