Susanne Rudloff Museumsleiterin Industriemuseum Kupfermühle steht neben einem Fundstück aus Messing und einem großen alten Buch. © NDR Foto: Nadina von Studnitz

Der Schatz von Kupfermühle muss zurück nach Afrika

Stand: 05.07.2021 15:51 Uhr

135 Jahre lang hat ein Schiffsblech, made in Schleswig-Holstein, im südafrikanischen Küstensand gelegen. Es fand den Weg zurück in den Norden, darf hier aber erstmal nicht bleiben.

Das verbeulte Schiffsblech im Industriemuseum Kupfermühle bei Harrislee (Kreis Schleswig-Flensburg) ist erst seit Mitte des Jahres wieder in Norddeutschland - doch muss schon wieder zurück. Denn die South African Heritage Resources Agency (SAHRA) meldete sich beim Museum in Harrislee - das Blech hätte nie aus dem Land gebracht werden dürfen. Es handle sich um südafrikanisches Kulturgut und müsse zurück in das East London Museum in Süd Afrika, erklärt Museumsleiterin Susanne Rudloff.

Museum hofft auf Leihgabe

Das Gebäude des Industriemuseums Kupfermühle steht bei Sonnenschein vor dem blauen Himmel. © NDR Foto: Nadina von Studnitz
Das Schiffsblech im Museum Kupfermühle muss wieder nach Süd Afrika, doch das Museum hofft auf eine Leihgabe.

Rudloff und ihre Kollegen waren davon ausgegangen, dass das Blech zurück zur Kupfermühle könne, deswegen ließen sie es sich zuschicken. Ein Anwalt klärte jetzt auf. "Das Blech hat 135 Jahre am Strand von Süd Afrika gelegen und ist damit südafrikanisches Kulturgut", sagt Rudloff. Das Museum wird das Blech deshalb jetzt erstmal wieder zurückschicken. Doch das Museum baut auf den kulturellen Austausch mit Süd Afrika: "Wir bitten um Leihgabe für mindestens fünf Jahre oder tatsächlich um eine Schenkung", sagt Rudloff. Denn das Museum Kupfermühle wolle das alte Schiffsblech gerne wieder ausstellen - ein vergleichbares Stück gebe es bisher nicht.

Anwohner finden das Blech im südafrikanischen Sand

Das Schiffsblech wurde um das Jahr 1890 gefertigt. Es stammt aus dem damaligen "Crusauer Kupfer- und Messingwerk", zu seiner Zeit ein weltweit agierendes Unternehmen. Werften auf der ganzen Welt kauften diese Bleche und schützten damit ihre hölzernen Handels-Segelschiffe vor dem Holzwurm. Eines dieser Schiffsbleche segelte Ende des 19. Jahrhunderts unten an den Bug einer Bark genagelt an die Küste von Mosambik. Das Schiff strandete und gammelte 135 Jahre am südafrikanischen Strand vor sich hin - bis zu diesem Mai als zwei Anwohner das Blech entdeckten und es an die Kupfermühle schickten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Moin! Schleswig-Holstein – Von Binnenland und Waterkant | 01.07.2021 | 20:05 Uhr

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