Stand: 30.11.2016 19:18 Uhr

Der MedGuide: Eine preisverdächtige Idee aus Husum

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Michael Schwarz (rechts) stellt den MedGuide bei NDR 1 Welle Nord Moderator Pascal Hillgruber vor: Ein medizinischer Sprachführer für Ärzte und Flüchtlinge.

Eigentlich schreibt er Computerbücher. Doch während der Flüchtlingskrise kam Michael Schwarz die Idee für den medizinischen Sprachführer auf deutsch-arabisch-farsi. Bei einem Besuch im NDR 1 Welle Nord Studio erklärte der Husumer im Gespräch mit Moderator Pascal Hillgruber sein Projekt - und warum er nun viele Unterstützer und gedrückte Daumen braucht. Sein MedGuide ist nämlich für einen internationalen Preis der Bayer Foundations nominiert, der "Aspirin Social Innovation Award".

Viel Konkurrenz für den Sprachführer

Ein Publikumspreis wird am 3. Dezember bekanntgegeben - vier weitere Preise werden am 9. Dezember vergeben, ausgewählt von einer internationalen Jury. Alle fünf Preise sind mit jeweils 20.000 Euro dotiert. Geld, mit dem Schwarz sein Projekt verwirklichen könnte, also in hoher Stückzahl drucken lassen könnte. Doch die Konkurrenz ist groß - 25 Nominierte gibt es weltweit. Sechs Ideen kommen aus Deutschland, nur eine davon aus Schleswig-Holstein: Der Sprachführer für das Gespräch zwischen Arzt und einem arabisch oder farsi sprechenden Patienten.

Pfeifende Geräusche beim Atmen?

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Ein schniefendes Männchen , ein anderes stützt sich geschwächt gegen eine Wand - insgesamt 500 Fragen und Antworten sind mit Grafiken und in deutsch, arabisch und farsi in dem Sprachführer aufgelistet.

500 Fragen und Antworten sind zusammengekommen, die bei einem Gespräch mit dem Hausarzt, in der Klinik oder in der Notaufnahme typischerweise vorkommen. Dazu noch Grafiken - ein Mensch mit einer triefenden Nase und einem Taschentuch, eine Sprechblase mit einem Vögelchen, das ein pfeifendes Atemgeräusch symbolisiert. Den Stein ins Rollen brachte eine befreundete Ärztin von Michael Schwarz, die von ihrer Arbeit in der Flüchtlingsunterkunft im nordfriesischen Seeth erzählt hatte, unter anderem von den alltäglichen Kommunikationsproblemen. Gemeinsam mit ihr und einem Grafiker entwickelte Schwarz das bebilderte Lexikon in den drei Sprachen.

Husumer Erfinder braucht Unterstützer

Dass sie damit jetzt für den Preis nominiert sind, nennt Schwarz eine "Riesen-Chance". Das sei eine große Ehre, "wir sind ganz überwältigt, dass es sowas gibt". Doch einen Knackpunkt bei der Nominierung gibt es, erzählt er NDR-Moderator Pascal Hillgruber. Bis zum 2. Dezember, 23 Uhr, muss er online genügend Unterstützerstimmen zusammenbekommen. Eine "superknappe Zeit", seufzt Michael Schwarz.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Der Nachmittag | 30.11.2016 | 14:10 Uhr

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