Stand: 30.05.2020 10:00 Uhr  - Schleswig-Holstein Magazin

Der Goldene Scheckenfalter fühlt sich wieder wohl in SH

Wo der Goldene Scheckenfalter lebt, geht es auch anderen seltenen Arten gut. Der kleine Schmetterling ist eine sogenannte Schirmart und damit besonders interessant für den Erhalt der Artenvielfalt. Dabei ist das Insekt sehr anspruchsvoll an seine Umgebung: Es kann mit Wald nichts anfangen, ebenso wenig mit hohem, feuchtem Gras. Der Goldene Scheckenfalter liebt trockene Heidelandschaften, Moore und Dünen. 20 Jahre lang wurde er in Schleswig-Holstein nicht mehr nachgewiesen, dann trat die Stiftung Naturschutz auf den Plan.

Goldener Scheckenfalter siedelt in Nordoer Heide

Schleswig-Holstein Magazin -

Der Goldene Scheckenfalter gehört zu den seltenen Schmetterlingsarten. In der Nordoer Heide bei Itzehoe gelang Naturschützern der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein eine Ansiedlung.

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Kraftanstrengung für kleinen Schmetterling

3,5 Millionen Euro nahm die Stiftung in die Hand und wandelte 14 Gebiete in neue Lebensräume für seltene Arten um. In fünf Arealen ist der Goldene Scheckenfalter inzwischen wieder heimisch. Etwa in der Geltinger Birk, im Jardelunder Moor, bei Lütjenholm oder in den Binnendünen Nordoe. Dabei gab es durchaus auch Streit - etwa in Nordfriesland, wo 15 Hektar Nadelwald gefällt wurden und der Waldboden abgetragen werden musste. Auf allen Flächen wurden Pflanzen ausgesät, die die Tiere am liebsten fressen: Teufelsabbiss für die Raupen des Schmetterlings, denn sie sind die einzigen Tiere, die die Giftstoffe dieser Pflanze gut vertragen. Der Goldene Scheckenfalter selbst bevorzugt den Nektar von Arnika und Habichtskraut.

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Anspruchsvolles Tier: Der Scheckenfalter lebt in Mooren, Heidelandschaften und Dünen.

In Nordoe (Kreis Steinburg) ist die Stiftung seit sechs Jahren aktiv. Ziegen halten dort die Vegetation kurz und schaffen so die richtige Umgebung. Außerdem wurde in den offenen Binnendünen Gehölz entfernt und seltene Pflanzen wieder angesiedelt. Kostenpunkt: rund 570.000 Euro.

Tausende Raupen aus Dänemark

Die rund 100.000 Raupen des Goldenen Scheckenfalters wurden zum Teil von der Stiftung gezüchtet oder von dem Schmetterlingsexperten Detlef Kolligs in Dänemark in der Region Skagen gesammelt. "Die wiedergewonnene Blütenvielfalt hat aber auch die Ausbreitung weiterer Raritäten gefördert: den Lilagold-Feuerfalter, den Mittlere Perlmuttfalter, das Ampfer-Grünwidderchen, aber auch die Heidelerche und Knoblauchkröte", erklärt Kolligs.

Der Stiftung Naturschutz ging es nach eigenen Angaben darum, ganze Lebensräume aufzuwerten, seltene Pflanzen wieder zu etablieren und zahlreichen anderen Insekten neue Lebensräume anzubieten. Inzwischen ist klar: Die Tiere haben sich in mindestens fünf Gebieten auch fortgepflanzt. Die Gebietsbetreuer der Stiftung Naturschutz gehen von 3.000 Goldenen Scheckenfaltern aus, die derzeit in Schleswig-Holstein flattern.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 30.05.2020 | 19:30 Uhr

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