Stand: 24.01.2019 05:00 Uhr

Datenleak: Schleswig-Holstein besonders betroffen

von Carsten Janz

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Von dem spektakulären Datenleak zur Adventszeit sind besonders viele Politiker aus Schleswig-Holstein betroffen.

Es war zu Jahresbeginn ein Schock für Politiker und bekannte Künstler in ganz Deutschland. Tausende privater Daten wurden von einem oder mehreren Hackern in einer Art Adventskalender online gestellt. Einer der mutmaßlichen Täter, der auf Twitter unter dem Namen "Orbit" auftrat, ist zwar mittlerweile gefasst. Die Daten sind aber teilweise weiter im Umlauf. Und nach Recherchen von NDR Schleswig-Holstein sind die Politiker aus dem nördlichsten Bundesland besonders betroffen von dem Datenleak.

Hände tippen im Halbdunkel auf einer Tastatur herum.

Hackerangriff traf Schleswig-Holstein besonders

Schleswig-Holstein Magazin -

Unter den bundesweit knapp 1.000 Betroffenen des Datenleaks durch einen Hackerangriff sind auffällig viele Schleswig-Holsteiner - und darunter vor allem Politiker der CDU.

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Jeder fünfte Betroffene kommt aus SH

Hunderte Telefonnummern, Privatadressen und auch Chatverläufe von Bundes-, Landes- und Kommunalpolitikern waren lange Zeit offen im Internet einsehbar. Die Links, unter denen die Daten abgelegt waren, laufen mittlerweile ins Leere. Trotzdem ist es noch möglich, Teile der Daten einzusehen. Insgesamt sind laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) 994 aktuelle oder ehemalige Politiker betroffen. Nach Recherchen von NDR Schleswig-Holstein kommt mehr als jeder fünfte davon aus Schleswig-Holstein - ganz genau 204.

Offenbar digitale Telefonbücher gehackt

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Auf Anfrage teilte das Landeskriminalamt (LKA) Schleswig-Holstein mit, dass Daten von 175 CDU-Politikern, 21 Grünen-, vier SPD-, drei Linken- und einem FDP-Mitglied veröffentlicht wurden. Der Grund für die vielen Betroffenen hier im Land ist laut Landeskriminalamt, dass höchstwahrscheinlich zwei bis drei besonders umfangreiche, digitale Telefonbücher von Politikern aus Schleswig-Holstein zu dem Datenhack gehören. "Welche Telefonbücher das waren, ermittelt gerade das Bundeskriminalamt", sagt der Leiter der Abteilung Cyberkriminalität im LKA, Alexander Hahn.

Datenschutzbeauftragte: "123456" ist beliebt

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Die Datenschutzbeauftragte des Landes, Marit Hansen, ist von der Anzahl der Hacking-Opfer aus Schleswig-Holstein überrascht. Umso wichtiger sei es, noch einmal darauf hinzuweisen, seine Daten besser zu schützen. Jedes 20. Passwort sei "123456", solche Zeichenfolgen seien einfach "zu leicht rauszufinden", sagt Hansen. "Lange Passwörter mit Zeichenkombinationen, die ungewöhnlich sind, schützen definitiv schon einmal besser." Zusätzlich empfiehlt sie eine sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung. Das heißt, dass ein immer wechselndes Passwort an ein zweites Gerät geschickt wird. Mit diesem Passwort könne man sich dann sicher einloggen, so Hansen.

Politiker sollen eine Beratung bekommen

Das LKA ist gerade dabei, die geklauten Daten genauer zu analysieren, um dann gezielt Politiker über den Leak zu informieren. Alle Ortsverbände der betroffenen Parteien seien schon in Kenntnis gesetzt, so der Leiter der Cyberkriminalitäts-Abteilung, Hahn. Den betroffenen Politikern soll mit der Information, dass sie gehackt wurden, aber auch direkt eine Beratung angeboten werden - und das koste Zeit, so Hahn.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.01.2019 | 06:00 Uhr

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