Stand: 13.07.2018 16:59 Uhr

Das kommt uns nicht in die Tüte!

Wer an der Supermarktkasse eine Plastiktragetasche braucht, muss dafür seit einem Jahr bezahlen – zum Schutz der Umwelt. Doch was ist mit den in Plastik eingeschweißten Äpfeln, Gurken oder Brötchen? Beim Einkauf von Lebensmitteln kommt jede Menge Plastikabfall zusammen: Pro Jahr verbraucht ein Deutscher im Durchschnitt 100 Kilogramm Verpackungsmüll. Das ist unnötig, finden Anja Kromer und Christina Lehmann aus Kiel. Sie haben deshalb den guten alten Brot- und Gemüsebeutel wieder belebt.

Ein Start-up-Unternehmen für mehr Nachhaltigkeit

"Jeder kann im Alltag Müll vermeiden", meint Anja. "Unsere Vision ist es, eine Welt ohne Einwegpackung zu gestalten. Der Weg dahin ist, die Menschen zu motivieren und im Alltag umzudenken." Schaffen wollen die jungen Frauen das mit ihrem Startup-Projekt "umtüten". Die Idee: Statt Plastiktüten soll der Kunde Brötchenbeutel aus Biobaumwolle verwenden. Für klebrige und feuchte Lebensmittel gibt es den Snackbeutel mit einem Inlay, das aus Maisstärke besteht. "Maisstärke hält die Produkte frisch, das ist ein cooler Nebeneffekt."

6.000 Beutel sind bereits verkauft

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Die Bäckerei "Restez" von Bäckermeister Kai Lyck unterstützt das Projekt "umtüten". Die Brotbeutel gibt es im Laden zu kaufen.

Die Betriebe, die sich an dem Projekt beteiligen, bekommen individuell bedruckte Beutel. 6.000 Stück haben die Unternehmensgründerinnen bereits verkauft. Allein 800 wurden von der Kieler Bäckerei Lyck geordert. "Ich dachte, dass es anfangs gut angenommen wird und dann schläft es ein. Das hat sich letztlich nicht bewahrheitet", sagt Bäckermeister Kay Lyck. "Es läuft und funktioniert nach wie vor. Wir bestellen pausenlos nach."

Die Beutel haben ihren Preis

Die Beutel sind kein Schnäppchen: 7,95 Euro kostet der einfache Brotsack. Die Snacktüte mit dem Inlay aus Maisstärke 9,95 Euro. Der Grund: Es werden nur ökologische Stoffe verwendet. Außerdem werden die Beutel in Augsburg produziert. Das Unternehmen dort zahlt einen fairen Lohn und beschäftigt Frauen und Männer, die auf dem Arbeitsmarkt oft abgelehnt werden. Und: Die wiederverwertbaren Tüten halten gut zwei Jahre. Sie können mit der Hand ausgewaschen werden und sind auch waschmaschinentauglich.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 13.07.2018 | 19:30 Uhr

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