Stand: 12.03.2020 17:01 Uhr

Coronavirus in SH: Vereine und Verbände sagen Spiele ab

Zahlreiche Sportveranstaltungen in Schleswig-Holstein müssen vor leeren Rängen ausgetragen werden - oder werden von den Verbänden und der Landesregierung abgesagt. Die Landesregierung untersagte alle Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen bis zum 10. April (Karfreitag). Die Handball-Bundesliga setzt den Spielbetrieb in Liga eins und zwei bis zum 22. April aus. Das betrifft unter anderem den THW Kiel, die SG Flensburg-Handewitt und den VfL Lübeck-Schwartau Auch das für den 4. und 5. April in Hamburg geplante Finalturnier um den DHB-Pokal soll auf einen späteren Termin im Sommer verschoben werden.

Regionalliga Nord hat spielfrei am Wochenende

Am Donnerstag (12.3.) beschloss der Norddeutsche Fußball-Verband (NFV) als Träger der Regionalligen Nord, den anstehenden Spieltag (13.3. - 16.3.) in der Regionalliga Nord der Herren, den A-, B- und C-Junioren Regionalligen Nord sowie der Frauen- und Futsal-Regionalliga Nord aufgrund der aktuellen Lage abzusetzen. Ab dem 17. März hängen die Spiele dann von der zu erwartenden Besucheranzahl ab. Spiele, bei denen unter 1.000 Zuschauer erwartet werden, sollen wie geplant durchgeführt werden - sofern die zuständigen Behörden Fußballspiele nicht grundsätzlich untersagen. Spiele mit mehr als 1.000 zu erwartenden Zuschauern finden - wie auch in der Oberliga - als Geisterspiele statt - also unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Handball: Verband beendet Jugendspielbetrieb sofort

Der Handballverband Schleswig-Holstein (HVSH) reagierte ebenfalls und beendet den Jugendspielbetrieb (SH-Ligen Jugend) für die Saison 2019/2020 sofort. "Der Seniorenspielbetrieb (SH-Ligen/Landesligen) für die Saison 2019/2020 wird bis zum 19. April ausgesetzt", teilte der HVSH am Donnerstag (12.3.) mit. Auch die Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein schloss sich dieser Regelung an.

Wirtschaftliche Folgen für Handballvereine

Die Absage in der Handball-Bundesliga für die Erste und Zweite Liga hat auch wirtschaftliche Folgen für die Vereine. Die Verantwortlichen in Kiel und Flensburg verwiesen auf die wirtschaftlich notwendigen Ticket-Einnahmen - Geisterspiele können sich die Clubs über einen längeren Zeitraum nicht leisten. "Wir haben Verständnis dafür, dass aufgrund dieser gesundheitlichen Problematik des Coronavirus solche Entscheidungen sicherlich auch unumgänglich sind. Trotzdem hat das für uns als Verein erhebliche wirtschaftliche Folgen, auch Folgen in der Form der Kommunikation", sagte der Geschäftsführer des amtierenden deutschen Handball-Meisters SG Flensburg-Handewitt, Dierk Schmäschke.

"Das hat für uns erhebliche wirtschaftliche Folgen. Wir müssen das jetzt verarbeiten und überlegen, welche Konsequenzen das hat." Dierk Schmäschke, Geschäftsführer der SG Flensburg-Handewitt

"Bisher nie dagewesene Ausnahmesituation"

Sein Kieler Amtskollege Viktor Szilagyi sagte: "Das ist eine bisher nie dagewesene Ausnahmesituation. Nach der Ungewissheit der vergangenen Tage ist es gut, Klarheit zu haben." Flensburg betonte, dass Tickets vorerst ihre Gültigkeit behalten.

Das für Freitag vorgesehene Spiel der Zweitliga-Handballer des VfL Lübeck-Schwartau gegen den ThSV Eisenach wird auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. Auf Geisterspiele wollen auch die Lübecker möglichst verzichten. "Wir hoffen, dass wir unsere Heimspiele weiterhin mit unseren Fans im Rücken austragen können", sagte VfL-Geschäftsführer Daniel Pankofer.

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