Stand: 23.06.2020 20:10 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Coronavirus: SH verschärft Regeln für Schlachthöfe

Neue Beschäftigte in großen fleischverarbeitenden Betrieben müssen zukünftig zwei negative Corona-Tests vorweisen können, bevor sie anfangen dürfen zu arbeiten. Zwischen diesen Tests müssen 48 Stunden liegen. Das hat das Gesundheitsministerium Schleswig-Holstein beschlossen und am Dienstag einen entsprechenden Erlass veröffentlicht.

Gilt für Betriebe mit mehr als 150 Beschäftigten

Die neue Regel gilt für fleischverarbeitende Betriebe in denen mehr als 150 Menschen arbeiten. Zu den Beschäftigten zählen auch Leiharbeitnehmer und Beschäftigte eines Werkunternehmers. Die neue Regelung gilt dann, wenn mehr als 30 Prozent der Menschen, die in dem Betrieb arbeiten, Leiharbeitnehmer oder Beschäftigte eines Werkunternehmers sind. Die Regelung greift, wenn Leiharbeiter innerhalb der vergangenen 14 Tage in einer anderen Arbeitsstätte tätig waren.

"Wir wollen damit das Risiko eines Eintrags des Virus aus anderen Schlachthöfen verringern, insbesondere vor dem Hintergrund der Tätigkeit von Leiharbeitskräften", sagt Gesundheitsminister Heiner Garg.

Im Mai: Corona-Tests in allen Schlachthöfen Schleswig-Holsteins

Im Mai hatte Garg bereits Tests in allen sechs großen Schlachthöfen in Schleswig-Holstein angeordnet. Zuvor waren im Umfeld des Vion-Schlachthofs in Bad Bramstedt (Kreis Segeberg) rund 140 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Vion hatte daraufhin den Betrieb vorübergehend eingestellt. In Nordrhein-Westfalen sind zuletzt mehr als 1.500 Beschäftigte des Tönnies-Schlachtbetriebs in Rheda-Wiedenbrück positiv getestet worden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.06.2020 | 20:00 Uhr

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