Stand: 20.03.2020 07:58 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Coronavirus: Krankenhäuser in SH rüsten auf

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus will die Landesregierung doppelt so viele Intensiv-Betten wie bisher vorhanden innerhalb weniger Tage aufstellen. Deshalb rüsten die Krankenhäuser im Land auf. An den Standorten Kiel und Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) werden extra Corona-Stationen aufgebaut. Am Städtischen Krankenhaus in Kiel gibt es eine solche Station bereits. Am Westküstenklinikum Heide wurde der gesamte Bereich für Frührehabilitation und Geriatrie geräumt. Von der kommenden Woche an sollen dort nur noch Corona-Patienten versorgt werden. Von 321 bestätigten Corona-Fällen im Land waren laut Landesregierung Stand Freitag (Zusammenfassung aller Fälle bis Donnerstag, 23.59 Uhr) 21 in klinischer Behandlung.

Reha-Kliniken sollen entlasten

Um die Krankenhäuser bei der Behandlung der Covid-19-Patienten zu unterstützen, sollen bald überall im Land Reha-Kliniken Patienten aufnehmen, die nicht mit dem Coronavirus infiziert sind und sich bereits auf dem Weg der Besserung befinden. Die Reha-Kliniken in Damp (Kreis Rendsburg-Eckernförde), St. Peter-Ording, Sylt (beide Kreis Nordfriesland) oder auch Bad Bramstedt (Kreis Segeberg) unterstützen Krankenhäuser so bereits schon. Sie dürfen allerdings keine Corona-Patienten selbst versorgen, da sie nicht entsprechend ausgestattet sind.

Operationen sollen verschoben werden

Um auf weitere Infizierungen vorbereitet zu sein, sollen außerdem leerstehende oder nicht genutzte Trakte von Kliniken mit Betten aufgerüstet werden. Eine Klinik in Wedel (Kreis Pinneberg), die eigentlich zum Sommer geschlossen werden sollte, werde deshalb beispielsweise wieder reaktiviert, berichtet das Schleswig-Holstein Magazin. Mögliche Investitionskosten würde demnach das Land übernehmen. Um sich auch weiterhin auf die Versorgung der Corona-Patienten konzentrieren zu können, sollen alle Krankenhäuser im Land darüber hinaus Operationen und Behandlungen, die verschoben werden können, auch tatsächlich verschieben. Die Betten sollen so für mögliche Notfälle freigehalten werden.

Schutzkleidung bundesweit unterwegs

Bisher mangelt es in Krankenhäusern jedoch noch an Schutzkleidung. "Da gibt es Licht am Horizont. Bundesweit sind jetzt zehn Millionen Masken unterwegs. Auch das Land baut eine strategische Reserve für alle Notfälle auf", sagte Gesundheitsminster Heinar Garg (FDP) am Donnerstag (19.3.). Der Bund, das Land und die Krankenhäuser stünden im täglichen Austausch, damit im Falle eines Notstandes alle Patienten, ob intensiv oder nicht, versorgt werden können, heißt es.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 20.03.2020 | 07:00 Uhr

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