Stand: 10.03.2020 11:56 Uhr

Coronavirus: Elf Fälle in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein sind inzwischen insgesamt elf Personen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Am Montagabend teilte der Kreis Plön mit, dass sich zwei Personen infiziert haben. Sie befinden sich derzeit zusammen mit ihren Ehepartnern in häuslicher Isolation. Sie sollen in stabilem Zustand sein, so der Kreis.

Angesteckt im Flugzeug?

Ein Mann war aus dem Skiurlaub in Ischgl (Österreich) zurückgekehrt und hatte sich mit Symptomen bei seinem Hausarzt telefonisch gemeldet. Der weitere erkrankte Mann ist sehr wahrscheinlich auf einem Flug angesteckt worden, in dem ein nunmehr positiv getesteter Erkrankter mit an Bord war. Plöns stellvertretender Landrat Thomas Hansen sagte, dass der Kreis für diesen Fall gut aufgestellt sei. Es war zu erwarten, dass Plön nicht vom Virus verschont bleibe.

Mann aus Rellingen auf Intensivstation

Mittlerweile wird ein infizierter Labormitarbeiter des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) auf der Intensivstation behandelt. Das gab das UKE am Dienstag bekannt. Der Mann sei am Montagvormittag aus dem Krankenhaus Elmshorn ins UKE verlegt worden. Derzeit werde geprüft, welche Vorerkrankungen er hatte. Die Infektion des Mannes aus Rellingen (Kreis Pinneberg) war am Dienstag vergangener Woche bestätigt worden. Er befand sich zunächst in häuslicher Isolation und sein Zustand war als gut beschrieben worden.

Erstes deutsches Corona-Todesopfer aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg

Wie am Montag bekannt wurde, ist ein 59 Jahre alter Mann aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg nach einer Coronavirus-Infektion am Wochenende gestorben. Der Mann war zusammen mit seiner Frau vor einer Woche nach Ägypten eingereist. Am Morgen informierten laut Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) zwei Beamte der Polizeistation Lauenburg die vorzeitig zurückgekehrte Frau über den Tod ihres Mannes.

Neunter Infizierter aus Lübeck

Am Sonntag (8. März) hatte die Stadt Lübeck den neunten Fall in Schleswig-Holstein vermeldet. Betroffen sei eine Person, die an der Technischen Hochschule Lübeck studiert - und sich außerhalb Schleswig-Holsteins bei Reiserückkehrern aus Italien angesteckt habe. Die Person befinde sich bis auf weiteres in häuslicher Isolation. Eine stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus sei aufgrund des derzeit stabilen Gesundheitszustandes nicht erforderlich. Der Krankheitsverlauf sei bisher leicht.

Eine vorübergehende Schließung der Hochschule sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht notwendig, hieß es weiter von der Stadt Lübeck. Die Person habe die Einrichtung lediglich besucht, um eine Prüfung abzulegen - und nicht zum regulären Vorlesungsbetrieb.

 

Achter Fall: Frau aus Elmshorn

Am Freitag (6. März) hatte der Kreis Pinneberg die achte Infektion bekannt gegeben. Betroffen sei eine Frau aus Elmshorn, die von einer Asien-Reise zurückgekehrt sei. Sie befinde sich bis auf weiteres in häuslicher Isolation. Eine stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus sei aufgrund des derzeit stabilen Gesundheitszustandes nicht erforderlich. Der Krankheitsverlauf sei bisher leicht. Weitere Angaben machte der Kreis unter Hinweis auf den Persönlichkeitsschutz nicht.

Negativer Test

Am Donnerstag (5. März) war das Virus bei einer Person aus dem Kreis Segeberg und bei einer Frau aus dem Kreis Dithmarschen bekannt geworden. Beide befinden sich in häuslicher Quarantäne. Die infizierte Frau aus dem Kreis Dithmarschen arbeitet als Kinderkrankenschwester im Westküstenklinikum in Heide. Bei allen 14 Kontaktpersonen, die auf das Coronavirus getestet wurden, verlief der Test negativ, wie der Kreis Dithmarschen am Freitag mitteilte.

Zwei Mitarbeiter des UKEs infiziert

Am Dienstag (3. März) war die Infektion einer Frau aus Ammersbek (Kreis Stormarn) festgestellt worden, die von einer Reise aus einem Risikogebiet zurückgekommen war. Ein Arzt aus Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg) steht wegen seiner Coronavirus-Infektion unter häuslicher Quarantäne steht.

Infektionen in Nusse und Lübeck

Außerdem ist eine Frau aus Nusse (Kreis Herzogtum Lauenburg) und ein Mann aus Lübeck infiziert. Alle Infizierten aus Schleswig-Holstein haben einen stabilen Gesundheitszustand und befinden sich in häuslicher Quarantäne.

Garg: Zentrale Anlaufstellen geplant

Wie Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) am Donnerstag in Kiel mitteilte, werden in Schleswig-Holstein zurzeit etwa 75 Verdachtsfälle geprüft. Um das Testverfahren zu vereinfachen, will die Kassenärztliche Vereinigung nach eigenen Angaben landesweit sechs Anlaufstellen in Containern oder Zelten einrichten. Wo genau, ist noch nicht geklärt. Fest steht bislang nur, dass eine Anlaufstelle in Heide entstehen soll.

Inzwischen ist die erste von landesweit sechs speziellen Corona Testzentren am Westküstenklinikum in Heide in Betrieb genommen worden. Weitere soll es in Niebüll, Pinneberg, Lübeck, Neumünster und Kiel geben.

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Zunächst beim Hausarzt anrufen

Das Virus löst ähnliche Symptome wie eine heftige Erkältung aus. Dazu gehören Husten, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. Fieber ist ein wichtiger Indikator. Auch Durchfall kann auftreten. Das Gesundheitsministerium rät im Verdachtsfall nicht gleich ins Krankenhaus zu gehen, sondern sich telefonisch beim Hausarzt Rat zu holen. Zusätzlich hat der Kreis Segeberg eine Hotline geschaltet, die auch am Wochenende von 10 bis 16 Uhr erreichbar ist. Die Nummer lautet: (04551) 951 98 33.

Personen mit Atemwegserkrankungen, die zuvor in einem Risikogebiet waren oder Kontakt mit einem bestätigten Fall hatten, können sich an die Telefonnummer 116 117 der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) wenden - auch außerhalb der Sprechzeiten. Nur bei deutlichen Krankheitsbildern wird der Patient stationär aufgenommen. Die Gefahr, sich mit dem Virus angesteckt zu haben, besteht laut dem Virologen Thomas Lorentz vor allem dann, wenn man Kontakt mit einer Person hatte, die in einem Risikogebiet war - etwa im chinesischen Wuhan oder in Mailand in Italien.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 09.03.2020 | 20:00 Uhr

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