Stand: 10.05.2020 16:39 Uhr  - Schleswig-Holstein Magazin

Corona: Zahl infizierter Schlachthofmitarbeiter steigt

Der Betrieb des niederländischen Lebensmittelkonzerns Vion in Bad Bramstedt © dpa - Bildfunk Foto: Maja Hitij
Die meisten Beschäftigten dieses Schlachthofs in Bad Bramstedt leben in einer Unterkunft in Kellinghusen und stehen unter Quarantäne.

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle auf einem Schlachthof in Bad Bramstedt (Kreis Segeberg) und einer Mitarbeiter-Sammelunterkunft in Kellinghusen (Kreis Steinburg) steigt weiter. Wie der Kreis Segeberg jetzt mitgeteilt hat, sind neun weitere Fälle dazugekommen. Damit wurden insgesamt 128 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. Nach Angaben aus dem Kreis Steinburg sind zehn der Betroffenen inzwischen wieder genesen. Der Schlachthof hat seine Produktion bereits eingestellt, die Unterkunft steht unter Quarantäne.

Mitarbeiter aller Schlachtbetriebe werden getestet

Unterdessen lässt Schleswig-Holstein die Belegschaften aller großen Schlachtbetriebe im Land auf Covid-19 testen. Auch Subunternehmer würden durch das zuständige Gesundheitsamt getestet, sagte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) am Freitagabend. Der Kreis Steinburg teilte mit, dass die Beschäftigten eines großen Schlachtbetriebs bereits im Laufe der Woche getestet worden seien - mit negativem Ergebnis.

Steinburg reißt Obergrenze an Neuinfektionen

Da die meisten Infizierten aus dem Betrieb in einer Unterkunft in Kellinghusen im benachbarten Kreis Steinburg leben, liegt dieser seit Donnerstag - als erster Kreis in Norddeutschland - über einer von Bund und Ländern festgelegten Grenze. Demnach müssen die Kreise und kreisfreien Städte Schutzmaßnahmen ergreifen, wenn es mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in einer Woche gibt. Nach aktuellen Zahlen vom Robert Koch-Institut gab es in den vergangenen sieben Tagen 62,4 Fälle pro 100.000 Einwohner.

Etwa sieben große Schlachthöfe im Land

Laut Landwirtschaftsministerium gibt es in Schleswig-Holstein derzeit etwa 50 Schlachtbetriebe, darunter mindestens sechs größere wie den in Bad Bramstedt. Sollten die Beschäftigten in Werkswohnungen oder ähnlichen privaten Gemeinschaftsunterkünften leben und dort weitere nicht im Schlachthof angestellte Personen wohnen, seien diese ebenfalls zu testen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Zudem sind weitergehende Tests für Erntehelfer in Abstimmung mit den Gesundheitsämtern der Kreise und kreisfreien Städte in Vorbereitung.

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Schleswig-Holstein Magazin | 10.05.2020 | 17:00 Uhr

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