Stand: 03.06.2020 10:03 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Wie sich Grundschulen auf den Neustart vorbereiten

Rund 120.000 Schüler dürfen am kommenden Montag wieder zurück in die Grundschulen in Schleswig-Holstein. Alle waren schon einmal dort seit der Schulschließung: Die vierten Klassen kamen zuerst zurück, zuletzt folgten die drei anderen Jahrgänge. Doch der Unterricht fand bisher in kleineren Gruppen statt und nur tageweise. Doch jetzt soll es täglich Unterricht geben - im gewohnten Klassenverband. Und das sorgt wegen der Corona-Auflagen für Organisationsprobleme bei den Schulleitern.

Grundschulen: Ab Montag wieder Normalbetrieb

Schleswig-Holstein Magazin -

Ab Montag beginnen die Grundschulen in Schleswig-Holstein wieder mit dem Normalbetrieb. Voraussetzung ist, dass Klassen unter sich bleiben und Händewaschen zum Teil des Unterrichts wird.

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Herausforderung: Trennung der Klassen

Die Herausforderung: Die Klassen müssen voneinander getrennt bleiben. Dieses Kohortenprinzip ist laut Bildungsministerium wichtig, damit im Falle einer Infektion nur eine Klasse unter Quarantäne gestellt werden muss - und nicht die ganze Schule. Im Klassenraum selbst müssen die Abstände nicht eingehalten werden - es soll aber möglichst viel gelüftet werden.

Vor dem Unterrichtsbeginn müssen die Lehrkräfte darauf achten, dass die Schüler nur mit ihren Klassenkameraden in Kontakt kommen. Der Schulhof wird deshalb in unterschiedliche Bereiche aufgeteilt. Das kann jede Schule anders gestalten, ob mit Baken, Pylonen oder Klebestreifen auf dem Boden. Wichtig ist nur, dass die Lehrer die Kinder auseinanderhalten können. Das ist einfacher für Grundschulen, die nur eine Klasse pro Jahrgang haben als für solche, die vierzügig laufen.

Verschiedene Sammelpunkte für jede Klasse vor dem Unterricht

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Jörg Woelky, Schulleiter der Waldschule in Groß Grönau, sorgt sich, ob kommende Woche alles klappt.

An der dreizügigen Waldschule in Groß Grönau im Kreis Herzogtum Lauenburg freut sich Schulleiter Jörg Woelky, dass ab kommenden Montag wieder alle seine Schützlinge da sind. Aber er sorgt sich auch, wie die Klassentrennung vor dem Unterrichtsbeginn und in den Pausen ablaufen soll. "Das wird nicht einfach", sagt Woelky. Vor dem Unterricht benutzt er auf dem Schulhof gut sicht- und unterscheidbare Sammelpunkte, wie zum Beispiel die Tischtennisplatten, die Terrasse, der Turnhalleneingang oder die Sandkiste. Die Eltern der einzelnen Klassen erfahren jeweils bis kommenden Freitag per E-Mail, wo ihr Kind vor der Schule abzugeben ist. Ein Beispiel: Alle Kinder der 1b müssen zu den Tischtennisplatten. Da warten die Klassenlehrer. Von da aus geht es in die Klassenräume.

Schüler machen nacheinander Pause

Zwischen den Stunden ist die Trennung besonders aufwendig: Jörg Woelky lässt den Schulhof für die 15-Minuten-Pausen in drei verschiedene Abschnitte einteilen, so können dann alle dritten Klassen voneinander getrennt, aber gleichzeitig Pause machen. 15 Minuten später folgt dann der nächste Jahrgang. Diese Planung hat auch Folgen für den Schulbeginn: Die ersten und zweiten Klassen starten beispielsweise nach Woelkys Planung um 8 Uhr, die dritten und vierten Klassen erst um 8.50 Uhr.

Mehr Personal für Aufsicht

Für die Aufsicht wird an jeder Grundschule mehr Personal gebraucht als sonst. Deshalb kann es zu Engpässen kommen, falls sich zu viele Lehrer als Risikogruppe krankmelden. Und auch wie viele Kinder tatsächlich kommen, ist noch nicht klar. Denn es gibt viele Eltern, die Angst haben, dass sich ihr Kind anstecken könnte. Und dafür hat Bildungsministerin Karin Prien (CDU) Verständnis. Sie sagt: "Wir respektieren die Sorgen und Ängste der Eltern und ermöglichen unkompliziert eine Beurlaubung."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 03.06.2020 | 12:00 Uhr

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