Stand: 09.06.2020 06:42 Uhr

Corona: Wie Händler in SH aus der Krise kommen wollen

Eine Frau steht hinter einem Tresen in einem Bekleidungsgeschäft. © NDR Foto: Sebastian Parzanny
Immerhin auf ihre Stammkundinnen kann sich Monika Förstenberg vom Geschäft "Förstenberg Elfin" in der Kieler Innenstadt verlassen.

So etwas hat Monika Förstenberg noch nicht erlebt. Seit 26 Jahren betreibt sie ihr Modegeschäft Förstenberg Elfin in der Kieler Innenstadt, täglich steht sie hinter dem Tresen. Und dann kam die Corona-Krise. Auch wenn sie ihren Laden nun wieder öffnen darf - die Geschäfte laufen nicht. "Die Kunden sind verhalten, denn es macht mit den Masken weniger Spaß einzukaufen. Außerdem halten die Menschen ihr Geld fest, da niemand weiß, was noch kommt", beschreibt Förstenberg die momentane Situation. Da sie viele Stammkundinnen hat, geht es ihr noch vergleichsweise gut, sagt sie. Trotzdem muss sie feststellen, dass derzeit, verglichen mit dem Frühsommer vor einem Jahr, etwa ein Drittel weniger in der Kasse ist.

Handelsverband erwartet satte Rabatte für die Kunden

Nach Angaben des Handelsverbandes Nord klagen auch einen Monat nach Wiedereröffnung der Geschäfte viele Inhaber über Einbußen. Besonders hart trifft es die Textilbranche: "Die Sommermode wurde dieses Mal sehr schlecht verkauft. Vieles liegt noch in den Regalen und bald kommt schon die Herbstmode rein", sagt Mareike Petersen. Sie ist Geschäftsführerin des Handelsverbandes Nord. Petersen geht davon aus, dass viele Geschäfte schon bald großzügige Rabatte geben werden - besonders auf Bekleidung. Ein Grund dafür sei, dass die meisten Läden in Schleswig-Holstein keine oder kaum Lager haben, in denen sie die Bekleidung bis zum nächsten Sommer lagern können.

Ideen, um die Innenstadt-Händler zu stützen

In Lübeck und Schleswig sind bereits Modegeschäfte coronabedingt in die Insolvenz gegangen. Um dies zu verhindern, lassen sich die Städte und Marketing-Vereine nun einiges einfallen, damit wieder mehr Kunden kommen: In Rendsburg zahlen Einzelhändler nichts mehr an die Stadt, wenn sie Tische und Stühle oder Stände vor ihre Läden stellen möchten. "Es sind einige kleinere Events geplant", sagt Anja von Allwörden von RD-Marketing. Flensburger Kaufleute wollen eine große Werbekampagne in dänischen Tageszeitungen schalten, sobald die Nachbarn aus dem Norden wieder zum Einkaufen kommen dürfen. Und in Kiel ist ein neuer Internetshop geplant - extra für Einzelhändler aus der Stadt. Eine Art "regionales Amazon", heißt es dazu aus dem Rathaus. Und Lübeck will mit einer großen Werbekampagne von Ende der Woche an wieder mehr Kunden in die Innenstadt locken.

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NDR 1 Welle Nord | 09.06.2020 | 08:00 Uhr

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