Corona-Reise-Regeln: Günther und Garg gleich im Livestream

Stand: 07.10.2020 15:24 Uhr

Die Tourismusagentur (TASH) rechnet damit, dass viele Menschen ihren Herbsturlaub wegen der Quarantäne-Auflagen in Schleswig-Holstein stornieren. Heute könnte aber Bewegung in die Regelungen kommen.

Urlauber und Betreiber von Unterkünften seien verunsichert, sagt TASH-Geschäftsführerin Bettina Bunge: "Jeder muss sich tagesaktuell über die Lage erkundigen, Betreiber von Unterkünften haben vermehrt Erklärungs- und Beratungsaufwand." Der Kommunikationsaufwand werde steigen. Bunge erwartet, dass die Menschen zunächst abwarten und sich dann spontan und kurzfristig für einen Urlaub entscheiden.

NRW ist wichtigster Markt für Tourismusbranche

Momentan sind die Regelungen in Schleswig-Holstein strenger als in den meisten anderen Bundesländern. Wegen der Ausweisung inländischer Risikogebiete mit Quarantäne-Auflagen für Einreisende - aktuell aus vier Berliner Bezirken mit hohen Corona-Zahlen und aus den Städten Hamm und Remscheid in Nordrhein-Westfalen - war Schleswig-Holstein in die Kritik geraten. Für Urlauber oder Urlaubs-Rückkehrer hat die Einstufung als Risikogebiet zur Folge, dass sie sich im Norden sofort 14 Tage in Quarantäne begeben oder zwei negative Corona-Tests vorweisen müssen. Laut TASH ist Nordrhein-Westfalen für Schleswig-Holsteins Tourismusbranche der wichtigste inländische Markt.

Schleswig-Holstein ist laut Günther bereit für Anpassung

Heute Nachmittag wollen die Länder über ein bundesweit, einheitliches Vorgehen beraten. Schleswig-Holstein wäre bereit, sich zu bewegen: Man habe im Kabinett intensiv beraten und es bestehe eine grundsätzliche Absicht, die schleswig-holsteinischen Regelungen anzupassen, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) gestern.

Die Ergebnisse der Beratungen präsentiert Günther gemeinsam mit Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) ab circa 16 Uhr im Landeshaus. NDR.de überträgt im Video-Livestream.

Söder lobt Regelungen im Norden und in Rheinland-Pfalz

Vor diesem Hintergrund begrüße man die Initiative des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), einen erneuten Anlauf zu wagen. Söder hatte die Regelungen in Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz gelobt - zunächst müsse es aber darum gehen, eine "national halbwegs verbindliche Sprachregelung" zu finden.

Hotel- und Gaststättenverband sieht Wettbewerbsnachteil

Kritik für die strengeren Corona-Regeln kam unter anderem vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga), der von einem Wettbewerbsnachteil für Schleswig-Holstein spricht. Landes-Hauptgeschäftsführer Stefan Scholtis befürchtet, dass sich zum Beispiel Berliner Touristen kurzerhand ein anderes Urlaubsziel suchen - nämlich eines, in dem für sie keine Quarantäneauflagen gelten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 07.10.2020 | 17:00 Uhr

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