Eine Frau trägt einen Mundschutz und öffnet ein Fenster. © picture alliance / Sven Simon Foto: FrankHoermann/SVEN SIMON

Corona-Regeln in SH: Das ist erlaubt, das ist verboten

Stand: 08.11.2020 00:01 Uhr

Die aktuelle Landesverordnung gilt vom 2. bis 30. November. Dort hat die Landesregierung alle Maßnahmen zusammengefasst, um die Ausbreitung des Coronavirus in Schleswig-Holstein einzudämmen. Im Folgenden geben wir in alphabetischer Reihenfolge einen Überblick, was erlaubt und was verboten ist.

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Allgemeine Regeln: Abstandsgebot, Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen, Hygienemaßnahmen

Um das neuartige Coronavirus einzudämmen, gelten folgende allgemeine Regeln.

Abstandsgebot

Menschen müssen untereinander 1,50 Meter Mindestabstand im privaten Raum und in der Öffentlichkeit halten, sofern dies möglich ist und keine Barriere die Virenübertragung verhindert. Sind physische Barrieren - wie Schutzscheiben - vorhanden, muss der Mindestabstand nicht notwendigerweise eingehalten werden. Ebenso gilt das Abstandsgebot nicht bei Angehörigen desselben Haushalts und bei Zusammenkünften von maximal zehn Personen. Im öffentliche Raum dürfen die zehn Personen dabei aus maximal zwei Haushalten kommen.

Der private Raum umfasst den privaten Wohnraum und das dazugehörige befriedete Besitztum (insbesondere den Garten). Der öffentliche Raum umfasst alle Orte, die nicht zum privaten Raum gehören - also diejenigen Orte, die für die Allgemeinheit geöffnet oder zugänglich sind, unabhängig davon, ob sich der Ort im Freien oder in geschlossenen Räumen befindet.

Maskenpflicht

Es besteht Maskenpflicht: In Geschäften sowie in Bussen und Bahnen - meist aber auch in allen öffentlichen geschlossenen Räumen - müssen Menschen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, so dass eine Ausbreitung von Tröpfchen durch Husten, Niesen oder Sprechen vermindert wird. Auch in im Freien müssen Menschen überall dort eine Gesichtsmaske tragen, wo viele Menschen dicht beieinander sind - zum Beispiel in Fußgängerzonen, Haupteinkaufsbereichen und anderen innerörtlichen Bereichen, Straßen und Plätzen mit vergleichbarem Publikumsverkehr. Die Bereiche werden von den zuständigen kommunalen Behörden ausgewiesen. Seit 7. November muss auch auf den Promenaden mancher Orte die Maske getragen werden - das entscheidet jeder Kreis aber selbst. Die bestehende Pflicht unter anderem im Einzelhandel und ÖPNV besteht weiter. Wichtig: Trotz der Maskenpflicht gilt das Abstandsgebot, sofern es möglich ist.

Für das Tragen der Maske gilt:

  • Die Alltagsmaske muss sowohl Mund als auch Nase bedecken - dementsprechend ist es nicht erlaubt, die Maske unter der Nase zu tragen.
  • Eine Bedeckung mit Hand oder Arm reicht nicht aus.
  • Eine maskenähnliche, physische Barriere, wie ein Schal, ist erlaubt.
  • Ein Face Shield ist seit dem 24. Oktober grundsätzlich nicht mehr erlaubt, weil es laut RKI "nicht vergleichbar die Verbreitung von Aerosolen verhindert". Ausnahmen gelten für Lehrpersonal zum Beispiel an Schulen und Universitäten, damit die Mimik erkennbar bleibt.
  • Eine Maske mit Ausatemventil ist nicht erlaubt.
  • Kinder unter sechs Jahren sind von der Maskenpflicht ausgenommen.
  • Menschen mit körperlicher, geistiger oder psychischer Beeinträchtigung, die aufgrund dessen nicht in der Lage sind, eine Maske zu tragen, sind von der Maskenpflicht ausgenommen.
  • Menschen mit Hörbehinderungen und Menschen mit Sprachbehinderungen dürfen eine Mund-Nasen-Bedeckung abnehmen, soweit dies zum Zwecke der Kommunikation mit anderen erforderlich ist.

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Kontaktbeschränkungen

Die Schleswig-Holsteiner sind angehalten, Kontakte außerhalb des eigenen Haushalts nach Möglichkeit auf ein Minimum zu beschränken. Dabei kann der Leitsatz helfen: So viele Kontakte wie notwendig, aber so wenige wie möglich.

Mehr als zehn Personen verboten

Ansammlungen im öffentlichen Raum sind mit Personen des eigenen Haushaltes erlaubt oder mit Personen eines weiteren Haushaltes, sofern es insgesamt nicht mehr als zehn Menschen sind. Treffen im privaten Raum sind mit bis zu zehn Personen möglich, mit keinen Einschränkungen auf den Personenkreis. Das heißt konkret, dass alle zehn Personen aus verschiedenen Haushalten kommen können. Dies sollte aber wegen des Infektionsschutzes nicht ausgereizt werden, wenn es nicht notwendig ist.

Hygienemaßnahmen

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat Hygienemaßnahmen definiert, um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen. Dazu gehört besonders...

  • ... sich regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen.
  • ... die Hust- und Nieshygiene zu pflegen.
  • ... sich nicht an Mund, Nase und Augen zu fassen.
  • ... die Alltagsmaske nur an den Tragebändchen zu berühren.
  • ... ausreichend zu lüften.

Darüber hinaus müssen Bürgerinnen und Bürger und beispielsweise Einrichtungen, Geschäfte und Institutionen vorrangig in Eigenverantwortung die allgemeinen Anforderungen an die Hygienemaßnahmen und Kontakteinschränkungen einhalten und die aktuellen Hygieneempfehlungen und Hinweise zur Viruseindämmung der zuständigen öffentlichen Stellen befolgen.

Hygienekonzepte für Einrichtungen mit Publikumsverkehr

Wer in Einrichtungen mit Publikumsverkehr geht, muss besondere Hygienekonzepte beachten - dazu zählen insbesondere Einzelhandel, Bildungseinrichtungen, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen sowie Krankenhäuser, teilstationäre Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Besucher müssen sich an das Mindestabstandsgebot, die Maskenpflicht und die Hust- und Niesetikette halten.

Für diese Einrichtungen gilt:

  • Die Besucherzahl muss an die räumlichen Kapazitäten so angepasst werden, dass der Mindestabstand eingehalten werden kann.
  • In geschlossenen Räumen müssen Möglichkeiten zum Waschen oder Desinfizieren der Hände bereitstehen.
  • Sanitäranlagen und Oberflächen, die von Besuchern oft berührt werden, müssen häufig gereinigt werden.
  • Besucherströme und der Weg zu den Toiletten muss so gestaltet sein, dass der Mindestabstand eingehalten werden kann.
  • Innenräume müssen regelmäßig gelüftet werden.
  • Ggf. müssen sich Kunden mit ihren Kontaktdaten registrieren. Bei falschen Angaben droht ein Bußgeld von 1.000 Euro.

Gesundheitsamt darf Maßnahmen anpassen

Die Gesundheitsämter sind durch die Landesregierung befugt, dass sie in ihrem Zuständigkeitsbereich im Einzelfall weitere Maßnahmen ergreifen oder Ausnahmen erteilen können. Bei Auftreten von eingrenzbaren Erkrankungshäufungen in Einrichtungen können Maßnahmen auf diese beschränkt werden.

Angeln

Das Angeln ist erlaubt, sofern die geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen zu anderen Anglern eingehalten werden. Es darf alleine, gemeinsam zu zweit oder mit den Personen des eigenen Haushaltes geangelt werden, ohne dass der Mindestabstand zwingend ist. Das hat Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) in einem exklusiven Interview auf NDR 1 Welle Nord bestätigt. Hinweis: Seit 7. November gilt in manchen Orten an den Küsten die Maskenpflicht auf Promenaden, mancherorts auf bestimmte Uhrzeiten oder Bereiche begrenzt. Eine einheitliche Regelung gibt es allerdings nicht, jeder Kreis entscheidet selbst. Genaue Informationen dazu gibt es auf den Seiten der Kreise.

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Arztpraxen

Wer zum Arzt geht, muss Hygieneregeln für Einrichtungen mit Publikumsverkehr beachten. Darüber hinaus sollten Patienten vorab anrufen und nach einem Termin fragen - vor allem, wer den Verdacht hat, an Covid-19 erkrankt zu sein. Telefonische Krankschreibungen sind möglich.

Beerdigungen

Bei Beerdigungen - das heißt die Beerdigungszeremonie und der Trauergottesdienst bzw. ähnliche Alternative - sind bis zu 100 Teilnehmer zugelassen. Sie müssen sich an die allgemeinen Hygieneanforderungen halten. Am privaten Zusammenkommen danach, beispielsweise zum Leichenschmaus, dürfen höchsten zehn Personen teilnehmen.

Behörden

In eine Behörde darf man ohne Mund-Nasen-Bedeckung nicht eintreten - das gilt innerhalb der Behördengebäude und in Bereichen, die für den ständigen Publikumsverkehr bestimmt sind. Dazu gehören insbesondere Wartebereiche und Räumlichkeiten für Antragstellungen. Keine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung besteht bei Besprechungen, sofern die Mindestabstände eingehalten werden. Gerichte sind von dieser Maßgabe ausgenommen und treffen im Rahmen ihres Hausrechts eigene Regelungen. Es gelten generell die Hygieneregeln für Einrichtungen mit Publikumsverkehr.

Bildungsangebote

Außerschulische Bildungsangebote, die überwiegend der Freizeitgestaltung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer dienen, sind untersagt. Nicht untersagt sind berufliche Bildungsangebote. Musikschulen können den Einzelunterricht fortsetzen. Grundsätzlich müssen die Hygienemaßnahmen eingehalten werden.

Dienstleistungen (Friseur, Fußpflege, Tätowierungen)

Dienstleistungen mit Körperkontakt sind verboten. Ausnahmen bestehen für medizinisch notwendige Dienstleistungen oder pflegerische Dienstleistungen sowie für Friseurleistungen. Auch Gesundheits- und Heilberufe dürfen ihrer Tätigkeit weiter nachgehen. Zu den erlaubten Ausnahmen zählt beispielsweise auch Fußpflege, die im Rahmen der Podologie durchgeführt wird oder bei denen die Kundinnen und Kunden auf die Pflege angewiesen sind - zum Beispiel wegen mangelnder Mobilität der Betroffenen.

Die besonderen Schutzmaßnahmen sind bei denjenigen Kunden nicht erforderlich, bei denen die Tätigkeiten sonst aufgrund einer körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigung nicht ausgeübt werden kann.

Wer sich ein Tattoo stechen lassen will, muss es aufschieben: Die Studios bleiben vorerst geschlossen.

Fahrschulen dürfen ihre Dienstleistungen weiter anbieten. Im Auto dürfen jedoch nur zwei Personen sitzen, die eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen müssen.

Diskotheken und Clubs

Wer Lust auf Tanzen hat, muss sich weiter gedulden: Diskotheken und ähnliche Einrichtungen bleiben wegen des erhöhten Ansteckungsrisikos geschlossen.

Einzelhandel

Bei Verkaufsstellen des Einzelhandels ist die Kundenzahl abhängig von der Verkaufsfläche begrenzt - einzig für Lebensmittelgeschäfte gibt es eine Ausnahme. Für Kunden und Beschäftigte gilt die Maskenpflicht und das Abstandsgebot. Ausgenommen bleiben Beschäftigte, wenn die Übertragung von Viren durch "ähnlich geeignete physische Barrieren" verringert wird. Bedeutet: Das Kassenpersonal zum Beispiel im Supermarkt muss keine Maske tragen, wenn etwa große Acrylglasscheiben angebracht sind.

Darüber hinaus sind die Hygieneregeln für Einrichtungen mit Publikumsverkehr einzuhalten. Dies wird in der Regel von Kontrollkräften im Laden überprüft. Wer die Regeln missachtet, muss damit rechnen, das Geschäft verlassen zu müssen.

Wie auch bein Außerhausverkaufsverbot bei Gaststätten dürfen auch Verkaufsstellen wie beispielsweise Tankstellen oder Supermärkte von 23 bis 6 Uhr keinen Alkohol verkaufen.

Weiterhin ist für Kunden zu beachten:

  • Kunden müssen auch in allen überdachten Bereichen von Einkaufszentren eine Mund-Nasen-Maske tragen.
  • Die Kundenzahl ist begrenzt - auf wie viele, steht meist am Eingang des Geschäfts.
  • Wenn die maximale Anzahl der Kunden, die sich im Geschäft aufhalten dürfen, erreicht ist, muss man mit Wartezeit vor der Tür rechnen.
  • Wer vor der Tür wartet oder sich im Laden aufhält, muss den Mindestabstand von 1,50 Metern wahren.
  • Die meisten Geschäfte haben Hygiene-Vorkehrungen umgesetzt - das heißt, Kunden können eventuell mit einfachen Leitsystemen rechnen, zum Beispiel dass nur eine Tür des Ladens als Eingang und eine andere als Ausgang dient.

Familie und Freunde

Schleswig-Holsteiner dürfen zu privaten Zwecken zusammenkommen - allerdings dürfen sich nicht mehr als zehn Personen aus zwei Haushalten im öffentlichen Raum treffen. Im privaten Raum sind Treffen mit bis zu zehn Personen erlaubt, dabei gibt es keine weiteren Einschränkungen für den Personenkreis - das heißt, dass alle zehn Personen aus mehreren Hausständen kommen können. Aus Gründen des Infektionsschutzes sollte diese Möglichkeit nicht ausgeschöpft werden, wenn es nicht unbedingt notwendig ist.

Auch bei Treffen im Familien- und Verwandtenkreis sollte jeder hinterfragen, ob es unbedingt notwendig ist und es nach Möglichkeit auf den engsten Familienkreis beschränken. Bei den privaten Treffen muss nicht zwingend ein Abstand von 1,50 Metern eingehalten werden.

Freizeit: Spaß- und Schwimmbäder, Freizeitparks und andere

Spaß- und Schwimmbäder

Schwimm- und Spaßbäder bleiben geschlossen.

Freizeit- und Tierparks

Freizeiteinrichtungen - zum Beispiel Zoos, Tierparks und Aquarien - sind für den Publikumsverkehr geschlossen.

Friseure

Friseure dürfen besucht werden. Voraussetzung ist, dass die Kunden die Maskenpflicht achten - darüber hinaus müssen sie bei Tätigkeiten im Gesicht ggf. mit weiteren Schutzmaßnahmen rechnen, wie zum Beispiel Trennscheiben zwischen sich und den Dienstleistern. Im Allgemeinen gelten die Richtlinien für Dienstleister.

Gastronomie

Gaststätten und gastronomische Einrichtungen müssen schließen. Ausnahmen gelten nur bei Betriebskantinen und in Beherbergungsbetrieben für die eigenen Hausgäste - hauptsächlich Geschäftsreisende - sowie für die Bewirtung zugelassener Veranstaltungen. Auch der Außerhausverkauf und das Catering bleiben gestattet. Es gilt ein Alkoholverkaufsverbot ab 23 Uhr bis 6 Uhr beim weiterhin möglichen Außerhausverkauf von Gaststätten, Tankstellen und anderen Verkaufsstellen.

Gottesdienste und andere Glaubensveranstaltungen

Gottesdienste und andere rituelle Veranstaltungen sind mit bis zu 100 Teilnehmern erlaubt. Größere Veranstaltungen bedürfen einer Sondererlaubnis.

Inzidenzwert (Überschreitung)

Der Inzidenzwert gibt die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen an. Als Risikogebiet gibt ein Kreis oder eine kreisfreie Stadt, wenn die Schwelle von 50 neu gemeldeten Infektionen pro 100.000 Einwohner überschritten ist.

Kitas und Horte

Die Kitas arbeiten im Regelbetrieb. Eine Vorgabe des Landes zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für die Mitarbeitenden sowie die in Elementar- und Krippengruppen betreuten Kinder besteht nicht. Im Hort müssen Kinder einen Mund-Nase-Schutz tragen.

Hat das Kind einen einfachen Schnupfen ohne weitere Krankheitsanzeichen, muss es laut Landesregierung nicht zu Hause bleiben, sofern die Eltern nach dem Befinden des Kindes und verantwortungsvoll in dessen Interesse entscheiden. Kinder mit Krankheitsanzeichen, die auf eine Covid-19-Erkrankung hindeuten, sollen ihre Kita oder den Hort nicht besuchen. Dazu zählen:

  • Fieber ab 38°C (bitte gut und ausreichend messen)
  • und/oder Muskel- und Gliederschmerzen
  • und/oder trockener Husten oder Halsschmerzen
  • und/oder der Verlust des Geruchs- bzw. Geschmackssinns (nicht in Kombination mit Schnupfen)

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Kontaktdatenerfassung

Um mögliche Kontaktketten nachvollziehen zu können, müssen Besucher und Gäste in bestimmten Fällen Kontaktdaten hinterlassen - in der Regel an Orten, an denen man sich länger aufhält. Es werden abgefragt:

  • Datum und Uhrzeit des Besuchs
  • Vor- und Nachname
  • Anschrift
  • soweit vorhanden: Telefonnummer oder E-Mail-Adresse

Die Daten werden für einen Zeitraum von vier Wochen unter Wahrung des Datenschutzes aufbewahrt und danach vernichtet. Es ist verboten, die eigenen Kontaktdaten falsch anzugeben - dies kann mit künftig bis zu 1.000 Euro Bußgeld teuer werden.

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Krankenhäuser

Die Versorgung von Patienten in Krankenhäusern ist sichergestellt. Neben den Hygieneregeln für Einrichtungen mit Publikumsverkehr sind die Krankenhäuser individuell verantwortlich, welche weiteren Maßnahmen geboten sind. So können sie Betretungsbeschränkungen zum Zwecke des Infektionsschutzes erlassen. Informationen dazu gibt es in der jeweiligen Einrichtung.

Die Krankenhäuser, die gleichzeitig im Covid-19-Intensivregister Schleswig-Holstein registriert sind, nehmen im Rahmen der allgemeinen und der Notfall-Versorgung jederzeit einzelne Covid-19-Patienten auf und versorgen sie. Steigen die Infektionszahlen an, müssen sie 25 Prozent ihrer jeweiligen Intensivkapazitäten für die Versorgung von Covid-19-Patienten freihalten. Davon müssen 15 Prozent durchgehend freigehalten und weitere zehn Prozent innerhalb von 24 Stunden für die Versorgung von Covid-19-Patienten verfügbar gehalten werden.

Kultur: Theater, Konzerte, Kino, Museum

Kultureinrichtungen wie Kinos, Theater und Museen müssen schließen. Bibliotheken bleiben unter Einhaltung der Maßnahmen für Einrichtungen mit Publikumsverkehr geöffnet.

Lüften

Die Landesregierung folgt einer Empfehlung der Bundesregierung, dem Lüften eine größere Bedeutung zuzuweisen, da Aerosole maßgeblich dazu beitragen, dass sich Viren verbreiten. Aerosole sind kleine Tröpfchen, die Menschen ausatmen oder aushusten. Wissenschaftliche Erkenntnisse legen nahe, dass regelmäßiges Lüften das Infektionsrisiko in Räumen senkt.

Es gilt als erwiesen, dass ...

... konsequentes, intensives und regelmäßiges Lüften wirksam ist, um die Ausbreitung des Virus zu hemmen.
... das Lüften nur in Kombination mit der AHA-Regel (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken) hilft.
... je weniger Menschen sich in einem Raum zusammen aufhalten, desto geringer ist die Ansteckungsgefahr. Hier empfiehlt das Umweltbundesamt, Räume mit nur so vielen Menschen zu belegen, dass alle das Abstandsgebot von 1,5 Metern jederzeit einhalten können.

Als Grundformel gilt: Ein Besprechungsraum soll grundsätzlich alle 20 Minuten für drei Minuten im Winter, fünf Minuten im Frühling/Herbst und zehn Minuten im Sommer stoßgelüftet werden. Zusätzlich wird empfohlen, nach einem Niesen oder Husten ebenfalls zu lüften. Wird in geschlossenen Räumen das Abstandsgebot aus räumlichen Gründen unterschritten, empfiehlt das Umweltbundesamt eindringlich, weitere Schutzmaßnahmen, wie Maske oder Trennwände, zu nutzen.

Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)

In Bussen und Bahnen gilt die Maskenpflicht - auch in Taxen und Schulbussen. Sofern das Abstandsgebot eingehalten werden kann, sollte der Mindestabstand zu anderen Personen gewahrt werden - er ist aber wegen der räumlichen Gegebenheiten nicht zwingend. Die Maßgaben gelten auch für Passagiere in Fernzügen, Fernbussen oder Fähren, sofern sie nicht in privaten Abteilen alleine oder mit der eigenen bekannten Reisegruppe sitzen.

Pflegeheime

Grundsätzlich dürfen Angehörige in einem Pflegeheim besucht werden - es gelten die Hygieneregeln für Einrichtungen mit Publikumsverkehr und individuelle Konzepte der jeweiligen Einrichtung. Für Einrichtungen der Pflege und der Eingliederungshilfe gilt:

  • Ob Besucher die Einrichtung betreten können, regelt ein individuelles Hygienekonzept der Einrichtung.
  • Besucher müssen eine Mund-Nase-Bedeckung tragen.
  • Die Besuche müssen dokumentiert werden.
  • Es müssen gegebenenfalls weitere Maßnahmen für den Infektionsschutz befolgt werden.
  • Es gilt ein Betretungsverbot für Besucher mit akuten Atemwegserkrankungen.

Prostitution

Das Prostitutionsgewerbe ist verboten.

Reisen

Einreisen nach Schleswig-Holstein

Besondere Maßnahmen gelten für Reiserückkehrer und Touristen, die sich in den vergangenen 14 Tagen in einem Gebiet aufgehalten haben, in dem es mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gegeben hat. Maßgeblich sind die Einstufungen des Robert Koch-Instituts (RKI). Welche ausländische Regionen aktuell in Schleswig-Holstein als Hotspots gelten, kann auf einer Internetseite des RKI eingesehen werden. Welche deutschen Regionen derzeit als Hochinzidenzgebiet gelten, kann auf der Seite des Landes Schleswig-Holstein nachgelesen werden.

Durchreise

Eine Durchreise durch Schleswig-Holstein ohne Aufenthalt ist zulässig, soweit keine Symptome vorliegen, die auf eine Erkrankung mit COVID-19 hinweisen.

Tagestourismus

Tagesreisen sind derzeit nicht verboten. Die örtlichen Ordnungsämter können aber eigenständige Verbote erlassen, etwa wenn große Menschenansammlungen zu erwarten sind. Es gilt jedoch der Appell auf nicht notwendige Reisen zu verzichten.

Für Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet im Ausland gilt:

  • Reiserückkehrer sind verpflichtet, sich unverzüglich für 10 Tage in Quarantäne zu begeben.
  • Sie müssen sich vor der Einreise digital anmelden. Sie sind verpflichtet, sich auf SARS-CoV-2 kostenlos testen zu lassen, wenn das Gesundheitsamt dies bei Einreise verpflichtend anordnet.
  • Durch den Nachweis von zwei negativen Testergebnissen kann die Quarantäne auf fünf Tage verkürzt werden - diese Tests sind kostenlos.

Von Quarantänepflicht ausgenommen sind Personen, die ...

... sich weniger als 48 Stunden in einem Gebiet aufgehalten haben, das zum Zeitpunkt der Einreise als Risikogebiet eingestuft ist,
... höchstens 48 Stunden vor Abreise aus bestimmten Urlaubsregionen einen Test haben machen lassen und bei Einreise ein negatives Testergebnis mit sich führen.

Die Ausnahme gilt nicht, wenn Symptome vorliegen, die auf eine Erkrankung mit COVID-19 im Sinne der dafür jeweils aktuellen Kriterien des Robert-Koch-Instituts hinweisen. Alle Informationen zu den ab 8. November geltenden Quarantänemaßnahmen für Ein- und Rückreisende finden Sie im Detail auf der Webseite der Landesregierung.

Schulen

Grundsätzlich gelten in Schulen Hygieneregeln für Einrichtungen mit Publikumsverkehr. Die Landesregierung in Schleswig-Holstein folgt der Empfehlung des Bundes, dem Lüften eine größeren Bedeutung zu schenken: Demnach sollen die Schulen alle 20 Minuten und nach jeder Schulstunde stoßlüften.

Außerdem gilt eine Maskenpflicht:

  • Die bisherigen Regelungen zur Maskenpflicht in Schulen auf Verkehrsflächen werden fortgeführt.
  • Weiterhin gilt, befristet bis zum 30. November, für alle Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 5 eine Maskenpflicht auch im Unterricht.
  • Zusätzlich gilt in Kreisen und kreisfreien Städten in Schleswig-Holstein ab einer Inzidenz von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in sieben Tagen eine Maskenpflicht im Unterricht auch für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 4.
  • Die Maskenpflicht betrifft den Schulhof, die Mensa, schulische Veranstaltungen außerhalb des Schulgeländes sowie den Schulweg zwischen Bus- oder Bahnhaltestelle und Schule.
  • Ebenso sind - wie bislang schon - die Veranstaltungen im Bereich der schulischen Ganztagsangebote einbezogen.

Hinweis:

  • Die Maskenpflicht für die Jahrgangsstufen 1 bis 4 im Unterricht gilt in diesen Landkreisen und kreisfreien Städten solange, bis die 7-Tages-Inzidenz sechs Tage in Folge unterhalb von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner lag.

Die Verordnung gilt für alle allgemeinbildenden Schulen, berufsbildenden Schulen, Förderzentren, Ergänzungs- und Ersatzschulen sowie die Schulen der dänischen Minderheit. Außerdem sind es Vorgaben für außerschulische Bildungsangebote und Angebote der offenen Ganztagsschulen und Horte.

Spielplätze

Spielplätze dürfen genutzt werden. Der Betreiber muss ein Hygienekonzept vorlegen - zum Beispiel, dass die Spielgeräte regelmäßig gereinigt werden müssen. Das Sozialministerium hat eine Handlungsempfehlungen zur Umsetzung in den Kommunen veröffentlicht. Sie besagt unter anderem, dass die Zahl der Personen und die Zeit der Nutzung beschränkt werden kann.

Sport

Der Sportbetrieb ruht. Nur Individualsport ist erlaubt - und zwar: Sport allein, zusammen mit den Personen seines eigenen Haushaltes oder zwei Personen aus zwei unterschiedlichen Haushalten. Auch auf oder in Sportanlagen ist Sport unter Einhaltung dieser Regeln weiter erlaubt, wie zum Beispiel in Tennishallen oder Reitanlagen. Profisport ist unter bestimmten Auflagen weiter möglich. Zuschauer sind dabei nicht zugelassen.

Fitnesstudios

Fitnessstudios müssen schließen.

Schwimmen

Schwimm- und Freibäder müssen schließen.

Therapieeinrichtungen

Therapieeinrichtungen, wie Physiotherapiepraxen, dürfen Patienten empfangen und unter Einhaltung eines Hygienekonzeptes arbeiten. Darüber hinaus gelten die Regeln für Einrichtungen mit Publikumsverkehr.

Unterkünfte: Hotels und Herbergen

Vom 2. bis 29. November 2020 dürfen in Schleswig-Holstein keine Gäste zu touristischen Zwecken beherbergt werden. Das Beherbergungsverbot gilt für:

  • Hotels, privat und gewerblich vermietete Ferienhäuser, Pensionen und Ferienwohnungen,
  • Wohnmobilstellplätze und Campingplätze,
  • Jugendfreizeiteinrichtungen, Jugendbildungseinrichtungen, Jugendherbergen, Schullandheime und vergleichbare Einrichtungen.

Ausnahmen gelten für Übernachtungen aus

  • beruflichen Gründen,
  • sozial-ethischen Gründen (z.B. Beerdigung oder Sterbebegleitung),
  • medizinisch veranlassten Gründen (z.B. Begleitung eines Kindes bei einem Krankenhausaufenthalt).

Dazu ist jeweils eine schriftliche Bestätigung nötig, die Sie dem Gastgeber vorlegen müssen.

Zweitwohnungen

Das Verbot der Beherbergung gilt nicht für Eigentümer von Zweitwohnungen, sofern sie diese selbst nutzen. Das gleiche gilt für Mieter von Zweitwohnungen, die diese auf Grundlage von langfristig abgeschlossenen Mietverträgen selbst nutzen.

Veranstaltungen

Nach der geltenden Definition des Oberlandesgerichts in Düsseldorf ist eine Veranstaltung ein zeitlich begrenztes und geplantes Ereignis, an dem eine Gruppe von Menschen teilnimmt. Es muss die Zielsetzung oder Absicht vorliegen, einem Programm mit thematischer, inhaltlicher Bindung (z.B. Lesungen) oder zu einem bestimmten Zweck (z.B. Hochzeitsfeier) zu folgen. Der Veranstalter trägt die Verantwortung. Zusammenkünfte von zwei Personen stellen keine Veranstaltung dar.

Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen sind untersagt. Veranstaltungen sind nur noch erlaubt, sofern sie nicht der Unterhaltung dienen, also zum Beispiel zu beruflichen Zwecken. Sie dürfen nur mit entsprechenden Hygienekonzepten und mit begrenzter Teilnehmerzahl stattfinden. Das heißt im Einzelnen:

  • Veranstaltungen mit einer Teilnehmerzahl von über 100 Personen sind untersagt.
  • für Veranstaltungen mit Gruppenaktivitäten ohne dauerhafte Sitzplätze sind mit bis zu 10 Personen zulässig, und zwar unabhängig davon, ob sie außerhalb oder innerhalb geschlossener Räume stattfinden.
  • Veranstaltungen mit Marktcharakter wie Messen, Flohmärkte oder Landmärkte sind unzulässig.
  • Veranstaltungen mit Sitzungscharakter sind mit bis zu 100 Personen außerhalb und innerhalb geschlossener Räume zulässig.
  • Veranstaltungen in privaten Räumen sind - abweichend von dem generellen Kontaktverbot - mit 10 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zulässig.

Versammlungen

Eine Versammlung wird laut schleswig-holsteinischem Versammlungsrecht wie folgt definiert: "Versammlung im Sinn dieses Gesetzes ist eine örtliche Zusammenkunft von mindestens drei Personen zur gemeinschaftlichen, überwiegend auf die Teilhabe an der öffentlichen Meinungsbildung gerichteten Erörterung oder Kundgebung. Aufzug ist eine sich fortbewegende Versammlung."

Für alle öffentlichen und nicht-öffentlichen Versammlungen gilt:

  • Die Einhaltung des Abstandsgebots muss möglich sein.
  • Im Freien sind Versammlungen mit bis zu 1.500 Teilnehmern erlaubt - ab 100 Teilnehmern besteht die Maskenpflicht.
  • In geschlossenen Räumen darf die Teilnehmerzahl von 750 Menschen nicht überschritten werden - ab 10 Teilnehmern besteht die Maskenpflicht.
  • Bei Versammlungen in geschlossenen Räumen muss ein Hygienekonzept erstellt und die Kontaktdaten der Teilnehmer erfasst werden.

Die Behörden dürfen, wenn sie Zweifel am Infektionsschutz haben, Versammlungen beschränken oder verbieten. Sie dürfen aber ausnahmsweise auch größere Versammlungen genehmigen.

Wellness: Sauna, Solarium, Massage

Wellnesseinrichtungen gelten als Freizeiteinrichtungen und bleiben geschlossen.

Wochenmärkte

Die sogenannte Coronabekämpfungs-Verordnung regelt, dass auf Wochenmärkten neben Besuchern auch das Verkaufspersonal Masken tragen muss.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 08.11.2020 | 08:00 Uhr

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