Stand: 18.05.2020 11:07 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Corona-Regeln: Was seit Montag in SH wieder möglich ist

Das öffentliche Leben in Schleswig-Holstein wird langsam wieder hochgefahren. Um die Corona-Pandemie einzudämmen, hatte das Land in sämtlichen Bereichen Einschränkungen verhängt. Am Montag wurden viele davon gelockert. Die Landesregierung beschloss am Sonnabend dafür den rechtlichen Rahmen. "Endlich kann es wieder losgehen", heißt es vom Hotel- und Gaststättenverband in Schleswig-Holstein. Unter anderem dürfen nach zwei Monaten die mehr als 5.000 Cafés, Restaurants und Hotels im Land wieder aufmachen - allerdings nur unter bestimmten Bedingungen.

Touristen dürfen wieder ins Land und auf die Inseln

Hotels dürfen wieder öffnen, Ferienwohnungen dürfen wieder vermietet und auch Campingplätze können unter Auflagen wieder genutzt werden. Zur Freude von Touristen aus anderen Bundesländern entfällt auch das Betretungsverbot für die Inseln und Halligen in Nord- und Ostsee. Allerdings gibt es für die Nordsee-Inseln, St. Peter-Ording und Büsum über Himmelfahrt und Pfingsten Betretungsverbote für Tagestouristen.

Einen Ansturm von Urlaubern an Himmelfahrt und über Pfingsten will Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) aber unbedingt verhindern. In Interviews stellte er klar: Auch an den Stränden von Nord- und Ostsee gelten klare Abstands- und Hygieneregeln. Wer diese nicht einhalte, müsse mit Konsequenzen rechnen; die Sicherheitsbehörden seien entsprechend angewiesen, so der Politiker. Größere Menschenansammlungen würden unterbunden, Beachpartys und viel Alkohol seien tabu. Kurzum: Das Sommervergnügen 2020 wird laut Günther anders sein als sonst.

Diese Lockerungen gelten für die Gastronomie

Restaurants und Cafés dürfen wieder öffnen. Voraussetzung sei die Vorlage eines Hygienekonzepts zur Vermeidung von Corona-Infektionen, sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) am Sonntag.

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Er hob hervor, dass die Gastwirte dafür keine besondere Genehmigung bräuchten, sondern ihr Konzept nur bei der Gesundheitsbehörde anzeigen müssten. Es sei eine gute Regelung, "weil es nicht auf die Genehmigung durch die Gesundheitsbehörde ankommt, sondern man zunächst loslegen kann", sagte der Minister.

In dem Hygienekonzept müssen Arbeitsanweisungen rund um Reinigung, Desinfektion und Abstände zu anderen Gästen festgeschrieben sein. Das bedeutet unter anderem, dass die Tische mindestens 1,5 Meter voneinander entfernt sein müssen. Ansonsten muss beispielsweise eine durchsichtige Trennwand als Schutz montiert sein. Pro Gastraum sind generell maximal 50 Personen zulässig. Wer mehr als 50 Gäste bewirten möchte, muss der Gesundheitsbehörde ein Hygienekonzept vorgelegen, aus dem hervorgeht, dass auch mit mehr Gästen die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden können. Es darf kein Büffet geben. Außerdem muss jeder Gast seine Kontaktdaten hinterlassen, damit mögliche Infektionsketten zurückverfolgt beziehungsweise unterbrochen werden können.

Weitere Lockerungen in den Bereichen Bildung und Dienstleistungen

Ansonsten dürfen Vorschüler und Kinder mit Förderbedarf wieder in die Kitas, wo es bis jetzt nur Notbetreuungen gab. Volkshochschulen und andere Bildungseinrichtungen können ihren Bildungsauftrag vor Ort ebenfalls wieder wahrnehmen. Außerdem dürfen Fahrschulen, Kosmetik- und Tattoo-Studios sowie Massagepraxen wieder öffnen. Einem entspannten Kinoabend steht nun nichts mehr im Wege, denn auch Kinos können ihren Betrieb wieder aufnehmen. Statt Einzeltraining an der frischen Luft ist jetzt auch wieder Sport in Fitnessstudios möglich.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.05.2020 | 05:00 Uhr

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