Stand: 10.04.2020 15:59 Uhr

Corona-Maßnahmen: Stille am Hamburger Stadtrand

von Doreen Pelz

Zwei Radfahrer fahren durch das Naturschutzgebiet Duvenstedter Brook © dpa Foto: Daniel Reinhardt
Zwei Radfahrer am Karfreitag unterwegs im Duvenstedter Brook: Durch das Naturschutzgebiet führt die Landesgrenze zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg.

Volle Radwege und Wiesen, viele Spaziergänger und Tagesausflügler: Das waren die Bilder der vergangenen Wochenenden in Südholstein - und dass trotz Beschränkungen, um das Coronavirus einzudämmen. Vor allem das schöne Wetter hatte viele Menschen zu kleinen Ausflügen zum Beispiel in den Tangstedter Forst (Kreis Stormarn) oder an die Elbe nach Wedel (Kreis Pinneberg) gelockt. Auch für dieses Wochenende rechneten Anwohner und Polizei vor allem wieder mit vielen Hamburger Bürgern, die sich mit Rad, Auto oder Hund nach Schleswig-Holstein aufmachen. Doch Fehlanzeige. Angekündigte Kontrollen der Polizei mit Augenmaß, Aufrufe der Kreisräte und der Landesregierung haben am Karfreitag offenbar viele Menschen davon abgehalten, nach Südholstein zu kommen.

Einige Wohnmobile stehen am Wedeler Kraftwerk

Mehrere Wohnmobile stehen auf einem Parkplatz, im Hintergrund sieht man das Kraftwerk in Wedel. © NDR Foto: Doreen Pelz
Einige Wohnmobile standen am Freitag auf einem Platz in der Nähe des Wedeler Kraftwerks.

Im Hamburger Naturschutzgebiet Duvenstedter Brook, nahe der Grenze zu Schleswig-Holstein, war ebenfalls nicht viel los. Vor allem an der Hetlinger Schanze und an der Elbe in Wedel hätten sich die Polizeikontrollen wohl rumgesprochen, glauben die Beamten, die vor Ort im Dienst waren. Nur eine Autofahrerin aus Hamburg musste am Freitagvormittag zurückgeschickt werden.

Einige Wohnmobilbesitzer würden inzwischen aber auch schon Stellplätze an der Elbe kennen, erzählte eine Anwohnerin aus Hetlingen - zum Beispiel neben dem Kraftwerk in Wedel, wo auch am Karfreitag einige Wohnmobile aus Hamburg und auch Kiel zu finden waren.

Wenige Hamburger im Tangstedter Forst

Auch im Tangstedter Forst, direkt an der Stadtgrenze Hamburgs, sah es am Karfreitag anders aus als noch vor einer Woche. Nur für kurze Zeit am Vormittag waren mehrere Autos mit Hamburger Kennzeichen am Waldrand zu finden. Dort hatte die Polizei am vergangenen Wochenende viele Hamburger, aufgrund des Corona-Einreiseverbots nach Schleswig-Holstein, zurückgeschickt. Weil auch Spaziergänger und Fahrradfahrer betroffen waren, entbrannte eine Debatte. Vor dem Osterwochenende wurden die Beschränkungen zur Eindämmung von Covid-19 noch einmal präzisiert.

Polizei vorsichtig mit Einschätzung fürs ganze Land

Auch die Verwirrung darüber, was jetzt erlaubt ist und was nicht, habe wohl viele Menschen dazu gebracht, zu Hause zu bleiben, so die Einschätzung der wenigen Spaziergänger im Tangstedter Forst. Die Landespolizei war am Karfreitag noch vorsichtig mit einer Einschätzung für das ganze Land. Ob sich das Verhalten der Bürger wirklich verändert habe, lasse sich noch nicht sagen, so ein Sprecher.

Für ganz Kiel, Flensburg und Lübeck berichtete die Polizei von menschenleeren Parkplätzen. Im Kieler Stadtteil Holtenau, wo viele Menschen am vergangenen Wochenende noch die Nähe zum Wasser genossen und am Tiessenkai spazierten, blieb es am Freitag ziemlich ruhig. Im Vergleich zur Vorwoche sei es nahezu "tot", sagte ein Anwohner gegen Mittag.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 10.04.2020 | 14:00 Uhr

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