Ralf Schulte vom Restaurant The Newport in Lübeck sitzt in seinem leeren Restaurant. © NDR

Corona-Krise macht Gastronomen in SH schwer zu schaffen

Stand: 24.11.2020 09:57 Uhr

Der Teil-Lockdown bis Ende November und die wahrscheinliche Verlängerung der Maßnahmen bis mindestens zum Jahresende bereitet Gastronomen großes Kopfzerbrechen. Sie sorgen sich um die Existenz ihrer Betriebe und die Mitarbeiter.

Leere Tische, Verkauf nur außer Haus, kaum Einnahmen - die Gastronomen leiden extrem unter dem Corona-bedingten Teil-Lockdown. Seit Anfang November dürfen sie keine Gäste bewirten, und mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen ist ein baldiges Ende nicht in Sicht. Am Mittwoch wollen die Ministerpräsidenten und Kanzlerin Merkel die Schutzmaßnahmen verlängern. Das bereitet den Gastronomen große Sorge. "Hunderte von Reservierungen haben wir abgesagt, die sind natürlich unwiderruflich weg", sagt Joachim Berger, der den Kartoffelkeller in Lübeck führt. Hinzu kommt, findet sein Mitarbeiter Stefan Freitag, dass es einfach traurig sei, keine Gäste zu bewirten und seiner Arbeit nachzugehen. "Das wirft einen auch moralisch extrem zurück."

Kommen die Gäste nach dem Lockdown wieder?

Viele Mitarbeiter in der Gastronomie sind längst in Kurzarbeit, auch hier ist ein Ende nicht in Sicht. Wie viele Restaurants werden es durch die Krise schaffen? Zugesagte Soforthilfen des Bundes lassen noch auf sich warten. Und das ausbleibende Geschäft vor den Festtagen, gerade auch fehlende Einnahmen durch Weihnachtsfeiern, wird ein noch tieferes Loch in die Kassen der Restaurantbetreiber reißen. Ralf Schulte vom Restaurant The Newport in Lübeck rechnet in diesen Tagen viel, er spielt verschiedene Szenarien durch - und hat viele Fragen: "Wie geht es danach weiter? Schaffen wir es, das Team über die Durststrecke zu bringen? Bleiben alle dabei, oder wechseln die vielleicht auch die Profession? Und was die Gäste anbelangt: Werden wir danach wieder genauso Fahrt aufnehmen können? Es ist sehr, sehr viel Unsicherheit da."

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