Stand: 07.04.2020 09:01 Uhr

Corona: In diesen Unternehmen läuft es jetzt gut

Während viele Firmenchefs in der Corona-Krise um die Existenz ihrer Unternehmen fürchten müssen, kommen andere kaum noch hinterher, Aufträge abzuarbeiten - der Müslihersteller Brüggen in Lübeck zum Beispiel. Hier wird aktuell an sieben Tagen in der Woche gearbeitet. Die Produktion ist am Anschlag. "Von den Haferflocken haben wir im März doppelt so viele wie normal verkauft. Die kamen gefühlt gleich nach dem Toilettenpapier", sagt der geschäftsführende Gesellschafter Johannes Brüggen. Das könnte seiner Meinung nach an Hamsterkäufen liegen - und daran, dass jetzt mehr Menschen zu Hause sind und mehr Cornflakes und Müsli essen.

Durch Corona von heute auf morgen neue Situation

Auch die Unternehmensberater-Vermittlung RQP hat gerade gut zu tun. Laut Geschäftsführerin Christiane Tiemann haben sich die Themen in den letzten Wochen geändert. Aktuell gehe es nur noch um Krisenberatung, so Tiemann. Denn Unternehmen und ihre Leitungen müssen von heute auf morgen mit einer völlig neuen Situation klarkommen. Das gilt auch für Volker Muuss und seine 35-Zimmer-Hotel an der Ostsee. Hier ist jetzt alles verwaist. "Wir brauchen Liquidität, sehr schnell. Und die erhoffen wir uns natürlich, über die Berater schneller zu bekommen", sagt er. Die Firmenchefs hätten Angst um ihr Unternehmen, um ihre Familie und die Familien der Mitarbeiter, beschreibt Beraterin Tiemann. "In so einer Drucksituation schnell zu reagieren, richtige Entscheidungen zu treffen und strukturiert vorzugehen ist enorm schwer. Das widerspricht sich ja schon fast. Insofern legen viele Wert darauf, da einen neutralen Ansprechpartner zu haben, der einen kühlen Kopf bewahren kann in der Situation", sagt sie.

Webseiten müssen aktualisiert werden

Auch bei manchen Werbeagenturen läuft es aktuell gut. So brauchen viele Firmen eine Webseiten-Aktualisierung, um auf die Situation mit Corona aufmerksam zu machen. Bis zu 100 solcher Aufträge hat die zum Beispiel die Schleswiger Werbeagentur Braemer in den letzten zweieinhalb Wochen bekommen - vor allem von Bauunternehmen und Firmen aus dem Telekommunikationsbereich. Viele Unternehmen wollen jetzt, wo das Geschäft nicht mehr so brummt, auch ihre Webseiten generell auffrischen.

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Schleswig-Holstein Magazin | 06.04.2020 | 19:30 Uhr

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