Delara Burkhardt (SPD), Niclas Herbst (CDU) und Rasmus Andresen (Grüne) © NDR Foto: Pavel Stoyan

Corona-Impfstoff: EU-Abgeordnete aus SH sehen Fehler bei Kommission

Stand: 02.02.2021 18:00 Uhr

Es war nicht viel, was Bundeskanzlerin Merkel nach dem Impfgipfel am Montag präsentieren konnte. Immerhin: Trotz aller Lieferschwierigkeiten der Hersteller soll weiter gelten, dass jeder Deutsche bis Ende September ein Angebot zur Impfung bekommt.

Viele stellen sich nun die Frage, ob es falsch war, den Impfstoff auf europäischer Ebene zu kaufen. Die schleswig-holsteinischen Abgeordneten im EU-Parlament finden das nicht. Sie betonen aber auch, es seien Fehler gemacht worden.

Burkhardt: Es kann auch mal ruckeln

Delara Burkhardt (SPD) verlangt von der EU-Kommission Transparenz. Die Verträge mit den Pharmafirmen müssten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Allerdings warnte sie auch vor Pauschalkritik. Bei einer noch nie dagewesenen Impfkampagne könne es am Anfang auch mal ruckeln. "Es muss jetzt darum gehen, Produktionskapazitäten auszubauen. Und wir müssen auch einen Blick auf die globale gerechte Verteilung des Impfstoffes richten. Denn die Pandemie ist erst dann überstanden, wenn weltweit genügend Menschen geimpft sind."

Andresen: Feuerprobe für die EU

Die Beschaffung des Impfstoffs ist für Rasmus Andresen (Grüne) eine Feuerprobe für die EU. Schon jetzt müsse an einem Plan B gearbeitet werden. "Dazu gehört aus unserer Sicht auch, dass die EU-Kommission durch einen Notfall-Mechanismus die Patente öffnet und dafür sorgt, dass bereits zugelassene Impfstoffe von allen Pharmaunternehmen produziert werden können", sagt er.

Herbst: Stunde der Bewährung nicht erkannt

Auch Niclas Herbst (CDU) kritisiert die Europäische Kommission. "Mir drängt sich der Eindruck auf, dass die Kommission in dieser wirklich krisenhaften Zeit, mit dem bürokratischen Instrumentenkasten aus Friedenszeiten operiert hat und nicht erkannt hat, dass dies wirklich die Stunde der Bewährung ist", sagt er. Gerade im Hinblick auf die kleineren Mitgliedsstaaten sei es jedoch grundsätzlich richtig gewesen, dass Brüssel sich darum gekümmert habe, den Impfstoff zu beschaffen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 02.02.2021 | 17:00 Uhr

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