Stand: 14.07.2020 16:42 Uhr

Corona: Ausreisesperren auf Kreisebene? SH skeptisch

Als die Kreise Gütersloh und Warendorf (beide Nordrhein-Westfalen) zwischenzeitlich Corona-Hotspots waren, verhängten einige Bundesländer Einreisesperren - oder strenge Quarantäneauflagen wie Schleswig-Holstein. Nun hat das Bundeskanzleramt vorgeschlagen, das System umzudrehen: In Zukunft, so die Idee, sollten es eine Ausreisesperre für die Bewohner der betroffenen Kreise geben - und gleichzeitig intensive Tests. An diesem Vorschlag gibt es viel Kritik, auch aus Schleswig-Holstein.

Staatskanzlei: Differenziert vorgehen

Die Landesregierung spricht sich dafür aus, bei Corona-Massenausbrüchen regional und differenziert vorzugehen. Das sei besser als Lockdowns und Ausreisebeschränkungen gleich auf einen ganzen Landkreis zu beziehen, so der Chef der Staatskanzlei Dirk Schrödter (CDU). Sollte es zu einem Corona-Massenausbruch kommen, sollte zügig durch umfassende Tests festgestellt werden, ob es sich dabei um einen regionalen Ausbruch handelt, der eingrenzbar ist - oder ob schon Teile der Bevölkerung betroffen sind, sagt Schrödter. Der Staatskanzleichef hofft auf eine baldige bundesweit, einheitliche Teststrategie.

Landkreistag: "Präzision statt Holzhammer"

Ähnlich äußerte sich auch Ostholsteins Landrat und Präsident des Deutschen Landkreistags Reinhard Sager (CDU). Die Behörden sollten nach seinen Worten mit chirurgischer Präzision anstatt mit der Holzhammer-Methode bei Ausbrüchen vorgehen. Kreisweite Ausreiseverbote hält er für überzogen. So etwas sei den Bürgern dann nur noch schwer zu vermitteln, meint Sager.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.07.2020 | 17:00 Uhr

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