Stand: 28.07.2020 17:07 Uhr

Corona: Auslandsreisende sollen sich bei Ämtern melden

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie empfiehlt die schleswig-holsteinische Landesregierung allen Reiserückkehrern aus dem Ausland, sich vorsorglich bei ihrem örtlichen Gesundheitsamt zu melden. Dort solle abgeklärt werden, ob weitere Maßnahmen erforderlich seien, heißt es zur Begründung in einem Informationsblatt. "Die meisten Gesundheitsämter bieten einen E-Mail-Service an. Das macht es im Falle eines Falles dem Gesundheitsamt viel einfacher, die Kontakte nachzuverfolgen", sagte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) am Dienstag.

Gezwungen wir niemand

Bei der Frage der Tagesausflüge müsse man nicht katholischer als der Papst sein, so Garg. "Aber diejenigen, die ihren Mittelmeerurlaub genossen haben, wenn die bei Einreise eine kurze E-Mail mit Name, Adresse und Telefonnummer und dem Land, wo sie waren, ans Gesundheitsamt schicken - das würde den Behörden im Moment das Geschehen unglaublich erleichtern." Gezwungen werde niemand. "Aber wir sind in einer besonderen Situation, wir sind in der Pandemie. Deshalb sage ich, es wäre klasse, wenn dieser kleine Service nach einem hoffentlich tollen Urlaub geleistet werden könnte." Derzeit werde die Umsetzung erweiterter Testmöglichkeiten für Reiserückkehrer mit den Beteiligten in Schleswig-Holstein wie den Gesundheitsämtern und Kreisen vorbereitet, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Verstoß gegen Quarantänepflicht: 10.000 Euro

Rückkehrer aus Risikogebieten sind ohnehin verpflichtet, sich beim örtlichen Gesundheitsamt zu melden und 14 Tage in häusliche Quarantäne zu gehen - sofern sie keinen aktuellen negativen Coronatest gemacht haben. Wer sich nicht bei der Behörde meldet, muss mit bis zu 2.000 Euro Bußgeld rechnen. Verstöße gegen die 14-tägige Quarantänepflicht können sogar mit bis zu 10.000 Euro Bußgeld geahndet werden. Das Robert Koch-Institut stuft fast alle Länder außerhalb der Europäischen Union als Risikogebiete ein. In Deutschland gilt als Risikogebiet zurzeit nur der Kreis Dingolfing-Landau (Bayern).

Mittelfristig ein System mit zwei Corona-Tests?

Garg hatte am Montag gefordert, dass Urlauber, die in ein Risikogebiet reisen, die Kosten für den Corona-Test selbst übernehmen sollten. "Das kann man beispielsweise machen, indem die Kosten auf den Ticketpreis umgelegt werden. Oder wenn man pauschal verreist, dass man das über den Reisepreis auch mitabgeltet. Aber ich finde es schwierig, wenn diese Testkosten dauerhaft von der Allgemeinheit übernommen werden", sagte Garg. Außerdem fordert er mittelfristig ein System mit zwei Corona-Tests. Einen davon sollten Reiserückkehrer schon bei der Wiederankunft in Deutschland mitbringen, so Garg: "Das erste negative Ergebnis darf nicht älter als 48 Stunden sein." Ein zweiter Test sollte nach seinen Worten etwa fünf Tage später gemacht werden, während Urlauber zwischenzeitlich in Quarantäne bleiben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.07.2020 | 17:00 Uhr

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