Stand: 29.05.2018 17:49 Uhr

Chaos Richtung Sylt ist Thema im Verkehrsministerium

Nach den massiven Problemen im Zugverkehr zwischen Niebüll und Sylt am vergangenen Wochenende plant das Bundesverkehrsministerium nun offenbar Verbesserungen auf der Bahnstrecke. Nach Einschätzung von Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) wird der Bund den streckenweisen, zweigleisigen Ausbau der Verbindung zwischen Hamburg und Sylt voraussichtlich als "vordringlichen Bedarf" einstufen. "Ich kenne keinen Abschnitt bundesweit, wo wir so ein Desaster auf der Schiene haben - das ist unerträglich", sagte Ferlemann, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium.

 Entscheidung Ende September

Bis Ende September werde der Antrag aus Schleswig-Holstein bewertet sein. Entscheidend sei das Kriterium der Wirtschaftlichkeit. In dem Antrag geht es um den zweigleisigen Ausbau der bisher eingleisigen Strecke zwischen Niebüll und Klanxbüll im Kreis Nordfriesland. Diese Strecke ist etwa 14 Kilometer lang und gilt als Hauptgrund, warum es im Zugverkehr zwischen Hamburg und Sylt oft zu Verspätungen kommt. Wenn alles optimal läuft, kann laut Ferlemann in zehn Jahren die Zweigleisigkeit auf dem Streckenabschnitt realisiert werden. Als schnellere Zwischenlösung sei eine Verlängerung der einen Kilometer langen Überholspur der Strecke im Gespräch. Dies wäre etwa in drei bis vier Jahren machbar, sagte Ferlemann.

Tempo 20 auf dem Gleis

Erst am Wochenende mussten Bahnpendler und Urlauber auf ihrem Weg auf die Nordseeinsel teilweise bis zu vier Stunden warten, weil es Probleme mit den Gleisen gab. Aktuell sind Reparaturtrupps der Bahn auf der Strecke zwischen Heide und Westerland unterwegs, sie beheben die Schäden.

Noch in dieser Woche sollen die Gleise ausgebessert sein. Bis dahin sind Regionalzüge an einigen Stellen nur mit Tempo 20 unterwegs. "Wir können nur nachts mit unseren Schienenschleifzügen arbeiten, da tagsüber der Zugverkehr rollt", sagte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Die langsamen Fahrstellen zwischen Niebüll und Westerland seien inzwischen beseitigt, so dass zumindest die Autozüge wieder planmäßig verkehrten. "Aber südlich von Niebüll haben wir noch etliche Langsamfahrstellen."

Sylter Bürgermeister und Verkehrsminister fordern Lösung

Sylts Bürgermeister Nikolas Häckel forderte von der Bundesregierung sich endlich um eine zweigleisige Verbindung zur Nordseeinsel zu kümmern. Zusammen mit Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) versuche er, in Berlin die überfällige Priorisierung im Bundesverkehrswegeplan zu erreichen. Auch Buchholz appellierte erneut an den Bund, den zweigleisigen Ausbau der Verbindung voranzutreiben.  

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 26.05.2018 | 16:00 Uhr

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