Stand: 23.06.2020 19:47 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Caterpillar in Kiel: Aus für 200 Mitarbeiter?

von Christian Wolf

Blick auf das Firmenschild am Eingang des Motorenherstellers Caterpillar in Kiel-Friedrichsort © dpa - Bildfunk Foto: Carsten Rehder
Nach Angaben der IG Metall müssen bei Caterpillar jährlich bis zu 19 Millionen Euro Personalkosten eingespart werden.

Caterpillar in Kiel kommt seit Jahren nicht zur Ruhe. In der Vergangenheit hat der US-Konzern viele Arbeitsplätze an der Kieler Förde abgebaut. Erst Anfang de Jahres musste ein Teil der Belegschaft des Motorenherstellers wieder einmal in Kurzarbeit gehen. Von der Maßnahme, auf die sich Betriebsrat und Caterpillar kurz vor Jahreswechsel geeinigt hatten, ist ein Viertel der rund 800 Beschäftigten betroffen. Diese Zahl muss nun an Arbeitsplätzen offenbar abgebaut werden. "Caterpillar in Kiel soll jährlich zwischen 17 und 19 Millionen Euro an Personalkosten einsparen", sagt Stephanie Schmolliner von der IG Metall. Dadurch sei jeder vierte Arbeitsplatz in Gefahr.

Unternehmen hält sich bedeckt

Auf Nachfrage von NDR Schleswig-Holstein heißt es von Caterpillar dazu: "Es wurden keine Entscheidungen bezüglich möglicher Auswirkungen auf die Belegschaft getroffen." Auch die Summe, die jährlich am Kieler Standort eingespart werden soll, wollte das Unternehmen nicht kommentieren. "Caterpillar untersucht Maßnahmen, um die strukturellen Kosten des Geschäfts mit mittelschnellen Motoren von Caterpillar Motoren in Deutschland zu senken und die Produktion an der Nachfrage auszurichten", sagte ein Sprecher des Unternehmens. Neben Kiel ist demnach auch der Standort in Rostock davon betroffen.

Nicht-Betroffene verzichten auf Geld

Die Belegschaft ist bereits auf einer Betriebsversammlung am vergangenen Freitag informiert worden. Welche Auswirkungen die Sparmaßnahmen insgesamt haben werden, scheint noch nicht absehbar. Genaue Zahlen darüber, wie hoch am Ende die jährlichen Sparmaßnahmen ausfallen, sollen in den kommenden Wochen folgen. Die IG Metall macht sich bereits Sorgen um die Zukunft des Standortes an der Kieler Förde. "Man kann alleine Probleme nicht nur durch sparen lösen. Was jetzt fehlt, ist ein echtes Zukunftskonzept", meint Stephanie Schmoliner von der Gewerkschaft.

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Firmenschild an einer Halle der Firma Caterpillar in Kiel-Friedrichsort. © picture alliance / dpa Foto: Carsten Rehder

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