CDU-Landesparteitag: Günther bleibt Landeschef der Nord-CDU

Stand: 14.08.2021 16:50 Uhr

Ministerpräsident Daniel Günther bleibt Landeschef der Nord-CDU. Auf ihrem Parteitag in Neumünster wählten die mehr als 200 Delegierten den 48-Jährigen mit 83,77 Prozent der Stimmen. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.

Er nehme die Wahl an und danke für den Rückenwind, sagte der frisch gewählte Parteichef. Dabei fiel das Ergebnis am Sonnabend deutlich schlechter aus als 2018. Damals hatten 90 Prozent der Delegierten für Ministerpräsident Daniel Günther gestimmt. Ebenfalls in ihren Ämtern bestätigt wurden Günthers Stellvertreter: Die Bundestagsabgeordnete Astrid Damerow, Landtagsfraktionschef Tobias Koch, Bildungsministerin Karin Prien und der Landtagsabgeordnete Tobias von der Heide. Das schwächste Ergebnis bekam dabei Prien mit rund 56 Prozent.

Günther möchte auch die nächste Landesregierung als Ministerpräsident anführen. Am Sonntag will die Nord-SPD erklären, wen sie als Spitzenkandidaten für die Landtagswahl aufstellt. Zuletzt wurde in Parteikreisen der Ex-Grüne und Neu-Sozialdemokrat Thomas Losse-Müller als Herausforderer von Günther gehandelt.

Günther will "bestes Schleswig-Holstein aller Zeiten" schaffen

Günther hatte am Samstagvormittag in seiner Rede die bisherige Arbeit in der Jamaika-Koalition bilanziert und betont, es gebe im Land eine neue Dynamik und neuen Schwung. Er dankte den Delegierten für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung. Er brenne für Schleswig-Holstein. Nun gehe es darum, das beste Schleswig-Holstein aller Zeiten zu schaffen, formulierte Günther in seiner Rede das Ziel. Das gehe nur, wenn alle gemeinsam anpackten. Nötig sei es, aus dem Corona-bedingten Krisenmodus in den Zukunftsmodus zu finden.

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im deutschen Bundestag, Ralph Brinkhaus, der als Gastredner in Neumünster war, lobte Günthers Arbeit als hervorragend. Er betonte, dieser bringe Schleswig-Holstein auf die bundespolitische Landkarte und sei beim politischen Gegner gefürchtet.

Günther: Anpacken, damit Laschet Bundeskanzler wird

Armin Laschet spricht vor einem CDU-Logo © dpa Foto: Michael Kappeler
Nächste Woche kommt Armin Laschet nach SH. Daniel Günter freut sich nach eigenen Angaben darauf.

Mit Blick auf die Bundestagswahl sagte Günther, man wolle in Schleswig-Holstein alle elf Wahlkreise direkt gewinnen - dafür werde man kämpfen. Nun gelte es anzupacken, damit Armin Laschet nächster Bundeskanzler wird. In Schleswig-Holstein, so Günther, spüre er - auch in seiner Partei - eine gewisse Ungeduld: "Sie sagen, jetzt müssen wir aber loslegen und für unsere Ziele noch stärker werben. Und deswegen freue ich mich darüber, dass wir in der nächsten Woche Armin Laschet hier bei uns in Schleswig-Holstein haben, um wirklich auch Startschüsse zu setzen, und ich glaube, das ist auch wichtig für die Stimmung - auch bei uns in der Partei."

Günther fordert im Wahlkampf Diskussionsfreude und Gespräche auf Augenhöhe

Angesichts der Bundestagswahl betonte Günther aber auch: Um fit für die Zukunft zu sein, müsse die CDU jünger, moderner und weiblicher werden. "Offen gestanden: Jungen Menschen ist es relativ schnurz, wie liberal, konservativ, rockig, groß, schlank, dick ein Parteivorsitzender oder Ministerpräsident ist. Aber den jungen Menschen ist es eben nicht egal, ob eine Partei an einer Lösung für ihre Zukunft arbeitet. Dafür brauchen wir mehr Diskussionsfreude und Gespräche auf Augenhöhe", sagte Günther. Das sei der Schlüssel dafür, die Jüngeren wieder besser zu motivieren.

Bundestagswahl: Klimaschutzziele erreichen und Wohlstand erhalten

Schon im Vorfeld des Landesparteitages hatte CDU-Landeschef Günther betont, worauf man sich in Hinblick auf die Bundestagswahl konzentriert: Klimaschutzziele müssten erreicht werden, der Wohlstand erhalten bleiben. Und es gehe darum, eine gewisse Behäbigkeit in Deutschland zu beseitigen, Bürokratie abzubauen und Planungsverfahren zu beschleunigen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.08.2021 | 17:00 Uhr

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