Stand: 01.02.2020 12:42 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Busfahrer-Streik: Nach Kiel kommt Lübeck

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Schon wieder bleiben die Busse der Kieler Verkehrsgesllschaft im Depot.

Warnstreik und kein Ende in Sicht - die Busse der Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) bleiben bis in die Nacht zu Sonntag in den Depots. Darüber hinaus hat die Gewerkschaft ver.di den Streik auf die privaten Busbetriebe ausgeweitet: Auch die Beschäftigten der Autokraft am Standort Kiel-Wellsee waren aufgerufen, bis zum Betriebsschluss die Arbeit niederzulegen. Laut ver.di sind damit die Busse im Großraum Kiel betroffen, auch die Nachtbuslinien in der Nacht zu Sonntag. "Wir haben diesen Warnstreik der Autokraft bewusst auf einen Sonnabend gelegt, damit die Schüler nicht betroffen sind", sagte ver.di-Sprecher Frank Schischefsky. Dennoch sei Sonnabend ein umsatzstarker Tag bei der Autokraft.

Autokraft: Welche Linie fährt, welche fährt nicht?

Laut Autokraft fahren folgende Linien nicht:

  • 7 Ortsbus Flintbek
  • 501/502 Strande/Schilksee - Kiel - Flintbek
  • 900/901/902 Kiel Rönne/Wellsee - Kiel - Strande / Krusendorf

Folgende Linien (Großraum Kiel) werden den Informationen nach planmäßig durchgeführt:

  • 620 Kiel - Westensee
  • 4550 Flughafenbus Kielius
  • 4610 Kiel - Nortorf - Itzehoe
  • 4630 Kiel - Rendsburg
  • 4810 Kiel - Eckernförde - Schleswig

Alle anderen Linien in Schleswig-Holstein fahren wie gewohnt. Aktuelle Informationen finden sie auf der Internetseite von Autokraft.

Kein Busverkehr ab morgen in Lübeck

Für Sonntag hat Ver.di zu einem zweitägigem Warnstreik in Lübeck aufgerufen. Betroffen ist der Stadtverkehr Lübeck. Der Streik wird bis zum Betriebsschluss am Montag andauern, daher werden auch die Nachtbuslinien von Montag auf Dienstag betroffen sein. Nach Angaben des Stadtverkehrs Lübeck ist auch die Priwallfähre in Travemünde von dem Streik betroffen. Eine Versorgung für Notdienste wie Krankenwagen und Feuerwehr soll aber garantiert sein. Der Betrieb der Fähre soll am Montag um 21 Uhr wieder aufgenommen werden.

Die Linien 30, 31, 32, 33, 35, 38, 39 und 40 der Lübeck-Travemünder-Verkehrsgesellschaft (LVG) und anderer Verkehrsbetriebe sind von dem Streik nicht betroffen und fahren nach Fahrplan.

Ver.di fordert 350 Euro brutto mehr

Schon der Streiktag in Kiel am Freitag war für ver.di erfolgreich: Nach Angaben der Gewerkschaft fuhr am Freitagmorgen kein KVG-Bus in der Landeshauptstadt. Eine bittere Pille für die KVG, die nach eigenen Angaben dort etwa 120.000 Menschen pro Tag befördert.

Die streikenden Busfahrer waren am Freitagvormittag protestierend durch die Kieler Innenstadt gezogen. Hintergrund für die Arbeitsniederlegung sind die Tarifverhandlungen mit dem kommunalen Arbeitgeberverband. Die Gewerkschaft fordert rückwirkend zum 1. Januar 2020 einen Festbetrag von 2,06 Euro pro Stunde mehr - das entspricht knapp 350 Euro brutto mehr im Monat. Der Tarifvertrag soll nach den Vorstellungen der Gewerkschaft eine Laufzeit von zwölf Monaten bekommen.

Arbeitgeber: Forderung viel zu hoch

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Die Streikenden in Kiel zeigten sich am Freitag hartnäckig.

Laut Arbeitgebern entspricht die ver.di-Forderung einer Erhöhung von 14 Prozent. Sie weisen die Forderung als zu hoch zurück und haben zuletzt 1,8 Prozent mehr Geld in diesem und 1,3 Prozent im kommenden Jahr angeboten. Für Ende nächster Woche ist die nächste Verhandlungsrunde geplant. Bis dahin, so ein ver.di-Sprecher, könnte es noch weitere Aktionen geben.

Drei Tage Streik in Neumünster

Der Streik in Kiel ist nicht der erste im kommunalen Busgewerbe in diesem Jahr. In Neumünster hatten die Busfahrer der Stadtwerke ihre Arbeit Dienstag niedergelegt. Dort endete der Warnstreik Donnerstagabend mit Betriebsschluss. Vor gut zwei Wochen fuhren in Neumünster, Kiel, Flensburg und Lübeck für einen Tag keine städtischen Busse.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 01.02.2020 | 13:00 Uhr

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