Stand: 19.03.2019 20:09 Uhr

Bundespolizei wirbt um Nachwuchs - auf hoher See

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Die 14 Schüler konnten sich für das Praktikum ganz normal bewerben.

Viele Bundespolizisten gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand. Die Sicherheitsanforderungen in Deutschland verändern sich. Egal ob an Land oder auf dem Wasser: Es werden Tausende neue Polizeianwärter gesucht. Doch geeignete Bewerber sind schwer zu finden. In Neustadt (Kreis Ostholstein) lockt die Bundespolizei daher mit einem ganz besonderen Praktikum - auf hoher See.

Aus Lübeck, Kiel und dem Ausland

Die Praktikanten kommen aus Lübeck, Kiel, Buxtehude und sogar aus Belgien. Der Berufswunsch der 14 Schüler: Bundespolizist auf See werden. "Weil ich an der Ostsee wohne und sehr gerne segele, hat es mich schon immer interessiert, Sachen mit Wasser zu machen", sagt zum Beispiel Teilnehmer Peter Breckwoldt. Der Job bei der Polizei sei eine tolle Möglichkeit, anderen Menschen zu helfen.

Seenot-Retter und Verkehrs-Überwacher

340 Bundespolizisten kontrollieren derzeit Schleswig-Holsteins Küsten. Sie retten Menschen aus Seenot oder überwachen den Seeverkehr. In den nächsten Jahren gehen jährlich im Schnitt 20 von ihnen in den Ruhestand.

"Sicherlich sind das Versäumnisse, die über viele Jahre gemacht worden sind", sagt Ingo Schweinem von der Bundespolizei See. Nun habe man erkannt, "dass unsere Polizei immer älter wird und es ohne Polizei einfach nicht geht".

Zwei Ausbilder sind eine Woche abgestellt

Um nun geeigneten Nachwuchs zu finden, kümmern sich zwei Ausbilder eine Woche lang um die Jugendlichen. Sie lernen Seenotrettung genauso wie Brandabwehr. "Das ist ziemlich aufregend hier", sagte Bjarne Kühl, der sich wie die Mit-Teilnehmer ganz normal auf das Praktikum beworben hatte. Sportlich und teamfähig sollten Bewerber laut Bundespolizei sein. Dies sei auch später im Job das Wichtigste.

Das macht die Bundespolizei See

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Um geeigneten Nachwuchs zu finden, kümmern sich zwei Ausbilder eine Woche lang um die Jugendlichen.

Die Bundespolizei See ist dafür zuständig, die etwa 700 Kilometer lange deutsche Seegrenze an Nord- und Ostsee zu schützen. Die Beamten müssen verhindern, dass Menschen unerlaubt einreisen, und sie müssen Schlepper- und Schleuserkriminalität bekämpfen.

Als Schifffahrtspolizei überwacht und kontrolliert die Bundespolizei See den Seeverkehr außerhalb der deutschen Hoheitsgewässer und ermittelt unter anderem bei Verstößen gegen Umweltschutzbestimmungen. So hat sie ein Auge auf die Fangquoten der Fischerei und Unterwasserarbeiten.

Für den Seestreifendienst stehen den Bundespolizeiinspektionen Neustadt, Warnemünde und Cuxhaven sechs Schiffe mit einer jeweils 14 Mitglieder starken Besatzung zur Verfügung. Zusätzlich werden zur Überwachung des Seegebietes seeflugtaugliche Hubschrauber der Bundespolizei eingesetzt.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 19.03.2019 | 19:30 Uhr

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