Stand: 12.02.2019 12:22 Uhr

Brunsbüttel: LNG-Terminal in Sicht - und neuer Kunde

von Jörn Schaar

In den geplanten Bau für ein nationales Import-Terminal für verflüssigtes Erdgas in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) kommt Bewegung. Das Betreiberkonsortium aus Gasunie, Vopak und Oiltank hat nach eigenen Angaben einen weiteren Vorvertrag mit einem Großkunden geschlossen. Demnächst will das Gemeinschaftsunternehmen die Genehmigungen für eine Kapazität von acht Milliarden Kubikmeter LNG (Liquefied Natural Gas) beantragen. Von der Genehmigung hängt die finale Entscheidung für Investitionen ab, sie soll noch in diesem Jahr fallen. Das Investitionsvolumen liegt laut den Planern bei rund 450 Millionen Euro.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

Brunsbüttel: LNG-Terminal in Sicht

Schleswig-Holstein Magazin -

In Brunsbüttel soll Deutschlands erstes Terminal für Flüssigerdgas LNG entstehen. Die Pläne werden konkreter und sind auch Thema bei einer Konferenz im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin.

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Altmaier rechnet mit zwei LNG-Terminals

Die Pläne für das Terminal sind auch Thema bei einer Konferenz im Bundeswirtschaftsministerium am Dienstag in Berlin. Minister Peter Altmaier (CDU) sagte, er gehe davon aus, dass dazu mindestens zwei Terminals in Norddeutschland gebaut werden. Im Gespräch sind neben Brunsbüttel derzeit die Standorte Stade und Wilhelmshaven. Die Bundesregierung will den Bau mit staatlichen Fördergeldern unterstützen. Altmaier signalisierte, dass er es wichtig findet, den deutschen Gasmarkt zu diversifizieren. Soll heißen: Nicht mehr so viel russisches Gas zu kaufen. Deutschland habe zwar über 40 Jahre lang positive Erfahrungen mit Gaslieferungen aus Russland gemacht, müsse aber dafür sorgen, "dass andere Quellen möglich sind", so der Minister.

Signal an die USA?

Laut Altmaier kann LNG dazu beitragen, wenn es zu einem wettbewerbsfähigen Preis angeboten wird. Das könnte man als Signal in Richtung der USA sehen, die mehr Flüssigerdgas in Europa verkaufen wollen. US-Präsident Donald Trump droht mit Sanktionen, wenn Europa kein amerikanisches Gas abnimmt. Das Land produziert viel mehr Erdgas als es verbrauchen kann. Entsprechend günstig kann die USA es anbieten. Bei der Förderung kommen dort umweltschädliche Fracking-Techniken zum Einsatz. Dabei kann auch Erdgas entweichen. Dessen Hauptbestandteil ist Methan - und das ist 25 Mal klimaschädlicher als CO2.

Anschluss an LNG-Terminal muss geregelt werden

Das Wirtschaftsministerium kündigte am Dienstag an, dass die Rahmenbedingungen für die Errichtung einer entsprechenden Infrastruktur für LNG angepasst werden. So sollen Fernleitungsnetzbetreiber verpflichtet werden, die erforderlichen Verbindungen zu errichten und die Terminals anzuschließen. Die Kosten sollen ohne Zeitverzug über die Gasnetzentgelte refinanziert und auf die Netznutzer abgewälzt werden. Bis zum Sommer soll ein entsprechendes Rechtsetzungsverfahren abgeschlossen sein.

Frühzeitige Bürgerbeteiligung in Brunsbüttel

Am Mittwoch beginnt in Brunsbüttel die frühzeitige Bürgerbeteiligung für das Genehmigungsverfahren. Befürworter und Kritiker wollen an einem ersten Termin über Umwelt- und Klimaschutzthemen besprechen. Eine Woche später soll es um nautische und technische Sicherheitsfragen gehen. "Wir haben uns für den Standort Brunsbüttel für unser geplantes LNG-Terminal entschieden und fühlen uns der Region verpflichtet", sagt die Sprecherin des Betreiberkonsortiums, Katja Freitag. "Wir wollen einen offenen und transparenten Dialog mit Anwohnern, Bürgern und allen Interessierten führen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 13.02.2019 | 10:00 Uhr

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