Eine entschärfte Weltkriegsbombe auf Helgoland. © NDR Foto: Laura Albus

Britische Fliegerbombe auf Helgoland entschärft

Stand: 01.07.2021 13:05 Uhr

Der Kampfmittelräumdienst hat Donnerstagvormittag auf Helgoland eine rund 500 Pfund schwere Fliegerbombe entschärft. Die Bergung lief wie geplant.

Am Mittag gab der Kampfmittelräumdienst auf der Nordseeinsel Entwarnung: Die britische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist erfolgreich entschärft. Sie war in einem guten Zustand und konnte schnell unschädlich gemacht werden. "Der Heckzünder und die dahinter sitzende Übertragungsladung ließen sich leicht entfernen. Wir konnten planmäßig vorgehen", freute sich Mark Wernicke vom Kampfmittelräumdienst. Die Fliegerbombe wurde bei Bauarbeiten im Bereich des Südhafens gefunden. Mehrere Häuser und einige Ferienwohnungen mussten für mehrere Stunden geräumt werden.

Bombenhagel im Zweiten Weltkrieg

Auf Helgoland tauchen immer wieder Blindgänger auf. Das Eiland war zum Ende des Zweiten Weltkriegs unbewohnt und von Bombenabwürfen vollständig verwüstet worden. In der Nachkriegszeit nutzte Großbritannien die Hochseeinsel als Übungsgebiet für Bombenabwürfe.

Um die 1945 weitgehend unbeschädigt gebliebenen U-Boot-Bunker sowie die weit verzweigten 15 Kilometer langen Festungsanlagen Helgolands dauerhaft zu zerstören, stapelten die Briten etwa 4.000 Torpedosprengköpfe, 9.000 Wasserbomben und 90.000 Granaten in dem unterirdischen Labyrinth: Am 18. April 1947 wurden die 6.700 Tonnen Munition und Sprengstoff gezündet. Die "Operation Big Bang" gilt als weltweit größte nicht-atomare Sprengung.

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Nachrichten für Schleswig-Holstein | 01.07.2021 | 13:00 Uhr

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