Eine Brandübung im Rendsburger Kanaltunnel. © Wasserstraßen-Neubauamt NOK

Brandversuche: Rendsburger Kanaltunnel voll gesperrt

Stand: 15.04.2021 11:53 Uhr

Weil im Rendsburger Kanaltunnel Brandversuche durchgeführt werden, werden die Fahrbahnen am Donnerstag und Freitag voll gesperrt. Verkehrsteilnehmer können über die A7 oder die Fährstelle Nobiskrug ausweichen.

Im Rendsburger Kanaltunnel (Kreis Rendsburg-Eckernförde) wird in der Nacht von Donnerstag auf Freitag eine Pkw-Attrappe angezündet. Damit soll ein Fahrzeugbrand in der Oströhre simuliert werden. "Wir testen, ob die automatische Brandmeldeanlage, die Fluchtwegkennzeichnung, Warn- und Hinweisleuchten sowie Tunnelsperranlagen im Brandfall korrekt funktionieren", erklärt Sönke Meesenburg, Leiter des Wasserstraßen-Neubauamtes (WNA) Nord-Ostsee-Kanal (NOK). Wegen der Brandversuche - und einer Reinigung der Weströhre in der folgenden Nacht - gibt es eine Vollsperrung. Die gilt von Donnerstag, 15. April, bis Freitag, 16. April, sowie von Freitag, 16. April, auf Samstag, 17. April, jeweils von 21 bis 5 Uhr.

Pkw-Brandsimulator mit Flüssiggas befeuert

"Die Brandversuche sind ein wichtiger Schritt  auf dem Weg zur vierspurigen Freigabe des Rendsburger Kanaltunnels", erläutert Meesenburg. Wie schon bei den Brandversuchen in der Weströhre im Dezember des vergangenen Jahres wird laut WNA der Pkw-Brandsimulator mit Flüssiggas befeuert. Dadurch entstehe, im Vergleich zu Versuchsanordnungen mit Benzin in offenen Schalen, deutlich weniger Ruß. Trotzdem könne der abziehende Rauch über den Tunnelvorfeldern kurzzeitig wahrnehmbar sein. Die Auswertung der Brandversuche in der zweiten Aprilhälfte sowie der erfolgreiche Abschluss der derzeit laufenden sorgfältigen Prüfungen sind Voraussetzungen für die Fertigstellung der Grundinstandsetzung des Rendsburger Straßentunnels.

Für den Zeitraum der Vollsperrungen werden die Verkehrsteilnehmer gebeten, über die A7 oder die Fährstelle Nobiskrug auszuweichen. Dort wird jeweils bis 0:45 Uhr eine zweite Fähre eingesetzt.

Modernisierung sollte 2014 abgeschlossen sein

Der Kanaltunnel wurde in den Siebzigerjahren gebaut. Bauarbeiten zur Sanierung und Modernisierung begannen 2011 und sollten eigentlich 2014 fertig sein. Doch es folgten immer wieder Verzögerungen aufgrund diverser Probleme. Auf der Internetseite der Wasserstraßen-und Schifffahrtsverwaltung des Bundes heißt es: "Alle Projektbeteiligten streben an, die Grundinstandsetzung des Rendsburger Straßentunnels in der ersten Jahreshälfte 2021 abzuschließen." Die Sanierungskosten von ursprünglich geplanten 25 Millionen Euro sind inzwischen auf 90 Millionen Euro angewachsen - Ausgang ungewiss.

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Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.04.2021 | 08:30 Uhr

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