Brände auf Campingplätzen: Wie lässt sich die Gefahr verringern?

Stand: 21.07.2021 05:00 Uhr

Eine Landesverordnung regelt den Brandschutz auf Campingplätzen - aber Beispiele aus Schleswig-Holstein zeigen, dass die Gefahr für größere Schäden trotzdem hoch ist.

Auf einem Campingplatz in Grömitz (Kreis Ostholstein) gab es vor rund einer Woche einen Brand, der schwere Schäden angerichtet hat. Finn Hennings, stellvertretender Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Grömitz sagte anschließend, dass Brände auf Campingplätzen oft problematisch sind. Die Wohnwagen stehen dicht an dicht, viele haben Gasflaschen an Bord - da kann ein technischer Defekt schnell eine Katastrophe auslösen. Müsste der Brandschutz auf Campingplätzen verbessert werden? Das Feuer in Grömitz war nicht das erste dieser Art in Schleswig-Holstein.

VIDEO: Brand auf Campingplatz: Technischer Defekt offenbar Ursache (3 Min)

Hohenfelde: Brandursache auch nach drei Jahren unklar

Vor drei Jahren sorgte der Brand eines Wohnwagens auf einem Campingplatz in Hohenfelde im Kreis Plön für eine große Zerstörung - zehn Wohnwagen standen am Ende in Flammen. Weil das Feuer so schnell von einem auf den nächsten Wohnwagen übersprang, musste der Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr Hohenfelde, Ludwig Fink, damals weitere Wehren zur Hilfe rufen. "Die starke Brandausbreitung entstand durch die Wohnwagen, die aus Kunststoff gefertigt sind und die hohe Anzahl an Propangasflaschen, die bei Hitze das Ventil abwerfen und dann das Gas ausstoßen." Die Brandursache in Hohenfelde konnte nie abschließend geklärt werden - auch weil die Schäden so verheerend waren.

Brandgassen sind Pflicht, Gasmelder nicht

Abgebrannte Wohnwagen in Hohenfelde hinter einer Polizeiabsperrung © NDR
Der Brand in Hohenfelde vor drei Jahren war verheerend.

Weil insbesondere die Gastanks schnell gefährlich werden können, gibt es eine Landesverordnung zum Brandschutz auf Campingplätzen. Jeder Platz muss durch mindestens fünf Meter breite Brandgassen in Abschnitte eingeteilt sein. Die einzelnen Wohnwagen brauchen untereinander einen Abstand von drei Metern. Feuerlöscher sind genauso Pflicht wie ein Hydrant. Der darf höchstens 200 Meter von jedem Standplatz entfernt sein.

Die Feuerwehr in Hohenfelde wünscht sich, dass Camper mehr tun, als vorgeschrieben ist. Zum Beispiel, dass sie maximal zwei Propangasflaschen mitnehmen, oder Heimrauch- und Gasmelder. Wenn es nach Ludwig Fink geht, müsste das sogar in die Landesverordnung. Schließlich sind sie in jeder Wohnung auch Pflicht - und für viele ist ein Wohnwagen ja das zweite Zuhause.

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Einsatzkräfte der Feuerwehr bei Löscharbeiten auf einem Campingplatz. © NDR Foto: Malin Girolami (NDR)

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Schleswig-Holstein Magazin | 20.07.2021 | 19:30 Uhr

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