Stand: 14.10.2019 19:33 Uhr

Nach Baupfusch: Hilfe für historische Kirche St. Jacobi

Die Kirche St. Jacobi in Bornhöved (Kreis Segeberg) ist bereits 870 Jahre alt. Sie ist eine der ältesten Kirchen im Norden und steht unter Denkmalschutz. Vor 19 Jahren wurde sie saniert - doch damals lief einiges schief. Mit den Folgen hat die Kirchengemeinde noch bis heute zu tun. Die Mauern sind feucht und haben Risse, die Fassade sieht stellenweise wie aufgebläht aus. Massive Holzbalken müssen die zum Teil maroden Außenwände verstärken. Bornhöveds Pastorin Ulrike Egener vergleicht die Konsistenz des Mörtels zwischen den Felssteinen mit Feta-Weichkäse.

Die St.-Jacobi-Kirche in Bornhöved in einer totalen Einstellung.

Kirche in Bornhöved: Zweite Sanierung in 20 Jahren

Schleswig-Holstein Magazin -

Wegen einer missglückten Sanierung muss die Jacobi-Kirche in Bornhöved nun noch mal komplett saniert werden. Die Wände sind feucht und haben Risse. Es war falsches Material verwendet worden.

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"Wie ein Hefekuchen, der auseinandergeht"

Nachdem die Pastorin die ersten Risse entdeckt hatte, bröckelten die Wände - kurz darauf sperrte das Bauamt Teile der Kirche. Statiker mussten erst die Standsicherheit überprüfen. "Es ist wie ein Hefekuchen, der auseinandergeht und die Wand dadurch sprengt. Wir müssen immer wieder Risse zumachen", sagt Architektin Christine Johannsen zur aktuellen Substanz des historischen Bauwerks.

Falsches Material verwendet

Bei der Sanierung im Jahr 2000 hatte der beauftragte Architekt Fehler gemacht und falsches Material verwendet. Er habe sich nicht ausreichend mit den Eigenarten des 870 Jahre alten Kirchengebäudes beschäftigt, meint Pastorin Egener. Erst 2015 wurde die Schuldfrage auch gerichtlich geklärt. Doch der Architekt war unterversichert. Seine Versicherung zahlte nur 85.000 Euro für die Schäden.

Sanierung kostet voraussichtlich 1,2 Millionen Euro

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Bornhöveds Pastorin Ulrike Egener vergleicht die Konsistenz des Mörtels zwischen den Felssteinen mit Feta-Weichkäse.

Die neue Sanierung kostet die Gemeinde aber voraussichtlich 1,2 Millionen Euro. Es gibt Zuschüsse aus Bundesmitteln und vom Land. Erst vor ein paar Tagen übergab der Staatssekretär vom schleswig-holsteinischen Bildungsministerium, Oliver Grundei, zwei Förderbescheide in Höhe von insgesamt 300.000 Euro. Dennoch fehlen immer noch rund zwei Drittel der Kosten.

Das Geld soll nun über Stiftungen und mit ausgefallenen Aktionen beschafft werden. So teilte die Pastorin gerade 20 Euro Scheine an die Gemeindemitglieder aus und bat darum, diese bis zum Januar mit Talenten und Taten zu vermehren. Jeder Euro zählt, wie sie sagt. Die Pastorin hofft, dass die Sanierungsarbeiten bis 2024 komplett abgeschlossen sind, dann wird die Kirche 875 Jahre alt.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 14.10.2019 | 19:30 Uhr

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