Stand: 21.10.2019 05:00 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Björn Thoroe: "Ich stehe für sinkende Mieten"

von Christian Nagel
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Björn Thoroe tritt bei der OB-Wahl in Kiel am 27. Oktober für die Linke an.

Etwas unscheinbar, aber sehr zielstrebig marschiert Björn Thoroe durch den breiten Flur des Kieler Rathauses. Sein Ziel an diesem Abend: Der Magistratssaal. Dorthin hat das Kieler Migrantenforum die Bewerber für den Posten des Oberbürgermeisters zu einer Fragestunde eingeladen. Seine drei Mitbewerber sind schon da: Andreas Ellendt (CDU), Florian Wrobel (Die Partei) und Amtsinhaber Ulf Kämpfer (SPD). Thoroe, der als Landesgeschäftführer der Linken in Schleswig-Holstein arbeitet, wirkt gut vorbereitet. Er hat sich, wie er sagt, mit den Menschen in der Stadt unterhalten und will als Oberbürgermeister deren Probleme angehen. Thoroe kennt das politische Kiel: Für die Ratsfraktion der Linken sitzt er im Innen- und Umweltausschuss, von 2010 bis 2012 war er Abgeordneter im Schleswig-holsteinischen Landtag.

Thoroe: Wohnungsbau ein zentrales Thema

Vor allem in der Wohnungsbaupolitik sei viel schiefgelaufen, sagt Thoroe. Die Stadt müsse nun dafür sorgen, dass es bald wieder Wohnungen in öffentlicher Hand gibt. 13.000 Einheiten in den nächsten zehn Jahren seien notwendig, damit die Mieten in Kiel wieder sinken. Dafür stehe er, so Thoroe. Kiel brauche wieder eine starke Wohnungsbaugesellschaft und eine Erhaltungssatzung für die Stadtteile Gaarden und Mettenhof. Der 35-Jährige ist ledig und lebt in einer Wohngemeinschaft in Gaarden. Ein Miethai wie Vonovia, so Thoroe wörtlich, müsste Modernisierungen mit der Stadt zuvor absprechen. Und wer neu bauen will, müsse verpflichtet werden, mindestens 50 Prozent Sozialwohnungen zur Verfügung zu stellen.

Kandidaten im Check: Björn Thoroe, Die Linke

Schleswig-Holstein Magazin -

Björn Thoroe tritt für Die Linke bei der Oberbürgermeisterwahl in Kiel an. Dem 35-Jährigen liegt vor allem günstiger Wohnraum am Herzen, aber auch eine autofreie Stadt.

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Das Ziel: Autos raus aus Kiel

Zweites wichtiges Thema für den 35-jährigen Thoroe: der Klimanotstand in der Stadt. Dieser müsse ernst genommen werden, sagt er und fordert eine "echte Verkehrswende" mit Straßenbahn und einem günstigeren öffentlichen Nahverkehr. Zu seinen Plänen gehöre auch ein Ein-Euro-Tagesticket, erläutert der OB-Kandidat. Langfristig, so Thoroe, müsse die Stadt autofrei werden. Sein konkreter Fahrplan bis dahin lautet, vierspurige Straßen auf zwei Fahrstreifen zu verkleinern und Parkraum jedes Jahr um drei Prozent zu reduzieren.

"Kleiner-Kiel-Kanal nutzt nur großen Firmen"

Sollte er in das Amt des Kieler Oberbürgermeisters gewählt werden, will Thoroe in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit Stadtteilversammlungen durchführen. Die Bürgerinnen und Bürger sollen sagen können, wo der Schuh drückt. Und er will die langen Wartezeiten im Kieler Rathaus in Angriff nehmen. "Damit man nicht vier Monate auf einen Termin im Bürgeramt warten muss", so Thoroe. Ein weiteres Ziel: weniger Prestige-Projekte. Kleiner Kiel Kanal, das Schloss - für Thoroe sind das Projekte, die nicht den Menschen in Kiel nutzen, sondern nur großen Firmen. Der OB-Kandidat, der an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Soziologie und Geschichte studiert hat, findet an diesem Abend mit vielen seiner Ideen großen Zuspruch im vollbesetzten Magistratssaal. Die drei anderen Kandidaten aber auch.

Weitere Informationen

OB-Wahl: Kiel hat gewählt

Kiel hat einen neuen Oberbürgermeister gewählt. Im Dossier von NDR.de finden Sie alles Wissenswerte über den Wahlabend, die Kandidaten, Videos und Hintergründe. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.10.2019 | 12:00 Uhr

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