Bienen: Neue Fälle von Amerikanischer Faulbrut

Stand: 26.06.2021 06:00 Uhr

Die Bienenseuche Amerikanische Faulbrut breitet sich aus: Sie ist in mehreren Bienenständen im Kreis Stormarn nachgewiesen worden. Die Krankheit verläuft für den Bienen-Nachwuchs tödlich.

Die Seuche befällt die Larven der Bienen, die daraufhin absterben. Auf lange Sicht stirbt dadurch das gesamte Volk. Honig aus dem Sperrgebiet darf nicht an Bienen verfüttert werden, für Menschen ist er aber ungefährlich. Christof Heilkenbrinker ist Amtstierarzt im Kreis Stormarn - und derzeit viel unterwegs. Neun Fälle von Amerikanischer Faulbrut gibt es in dem Kreis. "Bienen sind eher ein Randthema, weil ich mich ansonsten nicht mit Bienenseuche beschäftigen muss", sagt er.

Sperrbezirk in einem Umkreis von drei Kilometern

Heilkenbrinker besucht heute Maximilian Strietzel aus Bargteheide. Der Imker hat Bienen in einem Sperrgebiet. Anfang Juni wurde die Krankheit in einer anderen Gemeinde entdeckt. Um andere Bienenvölker nicht zu gefährden, wurde ein Gebiet in einem Umkreis von drei Kilometern um den betroffenen Bienenstand zum Sperrbezirk erklärt. Diesen Umfang regelt die sogenannte Bienenseuchen-Verordnung. Strietzels Bienen befinden sich in dem Radius - ob seine Völker auch befallen sind, prüfen Christof Heilkenbrinker und sein Kollege Wilfried Voss. Sie nehmen Proben aus den Waben und untersuchen den Honig. Allein in Bargteheide müssen sie Bienen von 50 Imkerinnen und Imkern untersuchen.

Räubereigefahr im Sommer

"Natürlich hat man jetzt Angst und Sorge, dass diese Bienen betroffen sind. Da jetzt die Räubereigefahr im Sommer erst beginnt, gehe ich nicht davon aus, dass meine gesund sind", sagt Strietzel. Räuberei heißt: Bienen plündern bei anderen Bienen Honig und können dabei eventuell die gefährlichen Sporen mitbringen. Erkennt Christof Heilkenbrinker frühzeitig Sporen in einem Bienenvolk, kommen die Bienen in eine Art Quarantäne. Dort können sie den Erreger ausscheiden. Die Bienenkästen werden aufwendig gereinigt.

Bienenvölker werden immer weniger

Knapp 3.600 gemeldete Imker und Hobbyimker gibt es nach Angaben des Landesverbands schleswig-holsteinischer Imker im Land. Und ihre Zahl ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Gleichzeitig sank aber die Zahl der Bienenvölker pro Imker. Darüber führt der Landesverband bereits seit 1924 Buch. So gab es 1950 etwa 113.000 Völker, 2020 waren es nur noch 29.575 - eine drastische Entwicklung.

Hobby-Imkerei wird oft unterschätzt

Hinzu kommt, dass viele Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner die Arbeit verkennen, die hinter dem Imkern steckt. "Man braucht das entsprechende Wissen, wie man Bienen pflegen muss und wie man Krankheiten erkennt", betont Margit Meinke vom Landesverband, "die Arbeit wird oft unterschätzt." Das führt dazu, dass viele die Lust am Imkern verlieren und die Bienenkästen dann einfach herumstehen und niemand mehr kontrolliert, ob die Tiere noch gesund sind. Wenn nicht, können sie eine Gefahr für die Bienenvölker werden, die in der Nähe leben.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 25.06.2021 | 19:30 Uhr

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