Stand: 11.07.2019 08:05 Uhr

Bauernverband klagt über zu viele Kontrollen

Landesweit klagen Landwirte über zu viel Schreibtischarbeit. Der Bauernverband kritisiert, dass Viehhalter viele überflüssige Daten registrieren müssen und nicht nur die Geburten, Transporte oder Medikamente ihrer Tiere zu melden haben.

"Es ist eindeutig zu viel Bürokratie", sagt Thies Hadenfeldt vom Bauernverband. "Alles muss extra noch notiert werden, zum Beispiel muss jeden Tag aufgeschrieben werden, dass ich im Stall gewesen bin. Und das ist ja nicht nur das, was man dann zu bedenken hat. Meistens sind die Betriebsleiter denn auch alleine, haben den Kopf dafür nicht frei und haben dass dann einfach schlichtweg vergessen."

Regelmäßige freiwillige Prüfung

Mehr als 3.000 Milchbauern unterziehen sich regelmäßig einer freiwilligen Prüfung des Landeskontrollverbands. Die Veterinäre des Verbands überprüfen die Tiere und die Angaben der Landwirte. Dabei wird das Wohl der Tiere untersucht, die Futtermittel sowie die Kennzeichnung der Kühe. Zudem bewertet der Verband ihre Milchleistung, turnusmäßig einmal im Monat.

Bei den unangekündigten Kontrollen achten die Veterinäre zum Beispiel auch darauf, welche und wie viele Medikamente verabreicht werden. Bei mehr als 550 Landes-Kontrollen mussten im vergangenen Jahr knapp 200 Landwirte ein Bußgeld zahlen, wegen mangelhafter Buchführung oder fehlerhafter Eingaben in die bundesweite Antibiotikadatenbank.

Zusätzliche Kontrollen durch Veterinäre des Landeslabors

Dazu kommen noch die Veterinäre des Landeslabors, die die Kuh- und Schweinebestände auf den Prüfstand stellen. Diese Kontrollen des Landeslabors seien überflüssig kritisiert der Bauernverband. Viele Milchviehalter würden sich ohnehin freiwillig Prüfungen des Landeskontrollverbands unterziehen, so Hadenfeldt.

Doch für den Bund beziehungsweise die EU müssen die Landwirte zudem Buch führen, jeden einzelnen Tiertransport und tägliche Kontrollgänge im Stall protokollieren und die Daten in eine Internetmaske eintragen. Bei Fehlern oder Versäumnissen drohen Kürzungen der EU-Fördermittel, in den meisten Fällen um drei Prozent.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.07.2019 | 08:00 Uhr

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