Stand: 06.12.2017 16:01 Uhr

Bauernverband: Tiere sind uns nicht gleichgültig

Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Husum-Eiderstedt, Melf Melfsen, ist sauer. Die Pauschalkritik des nordfriesischen Kreisveterinärs Dieter Schulze, dass viele Halter von Rindern, Schafen und Pferden ihre Tiere trotz des Dauerregens nicht ins Trockene brächten, sei nicht in Ordnung. Melfsen betonte, dass Kontrollen zwar wichtig seien und Verstöße geahndet werden müssten, man könne aber den Landwirten nicht unterstellen, ihre Tiere seien ihnen gleichgültig.

Verband: "Die meisten Schafhalter reagieren schnell"

Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende des Verbandes der Schafhalter in Schleswig-Holstein, Karl-Henning Hinz. "Es ist schon eine ernste Lage, weil wir bereits seit über drei Monaten viel Niederschlag haben. Aber ich muss die Kollegen in Schutz nehmen. Wenn es über Nacht 30 Millimeter Niederschlag gibt, dann sieht ein Feld am nächsten Tag wirklich anders aus." Laut Hinz reagieren die meisten Schafhalter aber flexibel und bringen ihre Tiere dann baldmöglich in den Stall. Er räumte jedoch ein, dass viele Nebenerwerbslandwirte ein Problem hätten, die tagsüber einer anderen Arbeit nachgehen. Sie bekämen gar nicht mit, wenn die Tiere plötzlich im Wasser stehen. Hinz betonte, in solchen Fällen müsse man sich mit Kollegen und Nachbarn um eine Lösung bemühen.

Schon viele Bußgelder verhängt

Nordfriesland Kreisveterinär Dieter Schulze hatte am Dienstag kritisiert, dass viele Halter ihre Tiere bei diesem Dauerregen nicht in ihre Ställe bringen würden. "Momentan gibt es eine Reihe von Fällen, in denen wir einer Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid der Tiere begegnen, die uns fassungslos macht", so der Veterinär. Schulze verwies darauf, dass es im Freien für die Tiere oft kein trockenes Plätzchen mehr gibt, an dem sie sich ablegen können. Viele seien nass bis auf die Haut und würden sichtlich leiden, betonte der Veterinär. Sein Amt habe bereits viele Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.

Neben Nordfriesland sind Kreisveterinäre auch in Dithmarschen zurzeit im Dauereinsatz. So mussten zuletzt in Hemme und im Rüsdorfer Moor Schafe von überschwemmten Weiden gerettet werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 06.12.2017 | 12:00 Uhr

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