Leere Bahnsteige im Kieler Hauptbahnhof © NDR Foto: Christian Wolf

Bahnstreik in SH: Weiterhin Zugausfälle im Norden

Stand: 12.08.2021 20:17 Uhr

Der Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat sich weiter auf den Zugverkehr im Norden ausgewirkt. Schon am Mittwoch war der Regionalverkehr massiv beeinträchtigt, und auch am Donnerstag kam es zu Zugausfällen.

Betroffen war vor allem der Regionalverkehr in Schleswig-Holstein. Züge der RB 64 (Bad St. Peter-Ording - Husum), des RE 72 zwischen Flensburg und Kiel, des RE 74 zwischen Husum und Kiel, der RB 76 (Kiel Hbf – Kiel Oppendorf), des RE 83 und der RB 84 (Kiel Hbf – Lübeck Hbf/Kiel Hbf - Lübeck Hbf - Lüneburg), der RB 85 (Puttgarden – Lübeck Hbf) und der RB 86 zwischen Lübeck Hbf und Lübeck-Travemünde fielen am Donnerstag aus. Auf diesen Strecken konnten Passagiere vereinzelt auf Busse ausweichen. Mithilfe eines Ersatzfahrplan sollte ein Mindestangebot aufrecht erhalten werden.

Sylt-Shuttle nicht betroffen

Zwischen Westerland (Sylt) und Niebüll wurde weiter überwiegend ein Zweistundentakt angeboten. Der Sylt-Shuttle war nach Angaben der Deutschen Bahn nicht vom Streik betroffen. Zwischen Niebüll und Husum fuhren vereinzelt Züge. Auch der Verkehr der Hamburger S-Bahnen war beeinträchtigt. Der Betrieb der Linien S1, S21 und S3 sollte im 20-Minuten-Takt aufrecht erhalten werden, hieß es in einem Tweet der S-Bahn Hamburg am Mittwoch. Im Fernverkehr hatte die Deutsche Bahn ihr Angebot auf ein Viertel reduziert. Im Regionalverkehr wurden etwa 40 Prozent des Verkehrs aufrecht erhalten. Der bundesweite Streik der GDL soll noch bis Freitagfrüh andauern. Nicht direkt betroffen von den Aktionen sind die Konkurrenten der Deutschen Bahn. Die Züge der AKN und der Nordbahn fahren planmäßig.

Sprecher: Streikbilanz beeindruckend

Laut einem GDL-Sprecher ist die Streikbilanz von Mittwoch beeindruckend. "Dass die Kollegen und Kolleginnen höchst unzufrieden sind, hat sich gestern gezeigt", so der Sprecher. Eine höhere Streikbeteiligung habe er noch nicht erlebt.

Die GDL-Mitglieder streiken nach Gewerkschaftsangaben für höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen. Unter anderem verlangen sie eine Corona-Prämie von 600 Euro und 3,2 Prozent mehr Geld in zwei Stufen. Die Bahn will die Erhöhung nach den Corona-Verlusten über eine längere Zeit strecken. Dahinter schwelt in der Belegschaft ein Streit zwischen GDL und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG darum, wer letztlich die Tarifverträge mit dem Unternehmen maßgeblich aushandelt.

Auf ihrer Homepage veröffentlicht die Deutsche Bahn aktuelle Informationen zum Streik. Bereits gebuchte Tickets können bis zum 20. August genutzt oder kostenfrei storniert werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.08.2021 | 07:00 Uhr

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