Eine weiße Justizia-Plastik (Göttin der Gerechtigkeit) mit zwei Waagschalen an goldenen Kettchen in Nahaufnahme © ndr.de Foto: ndr.de

Bad Segeberg: Neonazi soll fünf Monate in Haft

Stand: 18.06.2021 17:54 Uhr

Weil er andere Menschen bedroht und genötigt hat, ist am Freitag ein vorbestrafter Neonazi vom Amtsgericht Segeberg zu fünf Monaten Haft verurteilt worden.

Der 47 Jahre alte Mann war vor zwei Jahren nach Bad Segeberg gezogen und hatte dort eine rechtsextreme Organisation gegründet. Die hatte auch im Umland für Aufregung gesorgt, beispielsweise in Sülfeld. Dort waren zwei Menschen von Rechtsextremen verletzt worden, als sie Neonazi-Aufkleber entfernen wollten.

Angeklagter soll Menschen bedroht und genötigt haben

Das Amtsgericht Bad Segeberg sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte, Bernd T., Menschen bedroht und genötigt habe, so ein Gerichtssprecher. Außerdem sei er vorsätzliche ohne Führerschein Auto gefahren. Der Richter verurteilte den 47-jährigen zu fünf Monaten Haft.

Bernd T.s Vorstrafenregister ist lang: Mitte der 90er Jahre hatte er In Bad Segeberg einen Obdachlosen erschlagen. Er wurde wegen unerlaubten Waffenbesitzes und mehrfacher Körperverletzung zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Und auch im NSU-Prozess war der 47-Jährige als Zeuge geladen. Aktuell ermittelt die Staatsanwaltschaft Flensburg wegen Verdachts auf Gründung einer kriminellen Vereinigung.

Das Urteil kann noch angefochten werden.

 

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Sabine Sütterlin-Waack ( CDU ), Ministerin für Inneres, ländliche Räume und Integration des Landes Schleswig-Holstein.

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Schleswig-Holstein Magazin | 18.06.2021 | 19:30 Uhr

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