Stand: 28.12.2017 19:25 Uhr

Babynamen: Emma stößt Mia vom Thron

von Tobias Senff

Ein Rotklinker-Einfamilienhaus in Ahrensburg (Kreis Stormarn) ist die Statistikzentrale für Vornamen in Deutschland. Im Dachgeschoss wertet der Hobbynamensforscher Knud Bielefeld einmal im Jahr die Namen von Neugeborenen aus. Dabei hat der 50-Jährige in diesem Jahr bei den Mädchen in Schleswig-Holstein einen Führungswechsel festgestellt. Der Name Emma hat Mia auf Platz drei verdrängt. Silber geht - wie im Vorjahr - an Hannah. Schleswig-Holsteinische Jungen wurden am häufigsten Finn, Ben und Jonas genannt. 2016 belegte Jonas noch Platz sieben. Nun verdrängte er Noah von Rang drei. Deutschlandweit sind die Top 3 bei den Mädchen identisch. Bei den Jungen ist die Reihenfolge: Ben vor Jonas und Leon.

200.000 Namen für Auswertung gesammelt

Die Vornamendatenbank für die Auswertung entsteht in aufwendiger Recherchearbeit im Internet. "Ich sammele die Vornamen von den Internetseiten der Krankenhäuser, da gibt es sogenannte Babygalerien", erklärt Hobbyforscher Bielefeld. Anschließend wertet er die Namen mit einigen Helfern systematisch aus. Im zurückliegenden Jahr sind so rund 200.000 Namen in der Sammlung gelandet. Das sind nach Bielefelds Angaben rund ein Viertel aller Geburten in Deutschland.

Viele Eltern orientieren sich an Filmfiguren

Bielefeld ist in diesem Jahr aufgefallen, dass insgesamt weniger Mädchen als im Vorjahr die Namen Emma und Mia bekommen haben. "Insgesamt sind die Namen in der Spitzengruppe enger zusammengerückt", erklärt der Statistiker. Finn liegt allerdings weiterhin deutlich in Führung. Außerdem sind Bielefeld besondere Namen aufgefallen. Bei den Mädchen tauche häufiger Vaiana auf. "Das war Ende letzten Jahres ein Disney-Film und darin die Hauptfigur", sagt der Ahrensburger und ergänzt: "Das ist das erste Mal, dass ein neuer Name so häufig vergeben wurde." Etwa 90 Mädchen hießen nun wie die Filmfigur.

Bielefeld: "Das kann nach hinten losgehen"

Bei den Jungen ist dem Ahrensburger der Name Tommen ins Auge gesprungen. "Meine erste Idee war, dass das ein friesischer Name sein könnte", meint Bielefeld. "Ist es aber nicht. Der stammt aus der Fantasy-Fernsehserie 'Game Of Thrones'." Diese Serie hat laut Bielefeld viele originelle Namen und deshalb ließen sich viele Eltern dort inspirieren. "Das kann aber auch nach hinten los gehen, weil dann viele Menschen die gleiche Idee haben", wirft Bielefeld ein.

Prognose sieht Oskar, Theo, Leni und Emilia vorne

Insgesamt entwickelten sich die Vornamen-Trends aber nur sehr langsam, sagt der Experte. Das zeigten auch die Auswertungen der vergangenen Jahre. Dieses Mal hat Bielefeld zudem noch einen Ausblick in die Zukunft gewagt und eine Prognose für 2027 erstellt. "Danach komme ich darauf, dass vermutlich Oskar und Theo bei den Jungen an der Spitze sind und Leni und Emilia bei den Mädchen." Mehr als eine Million Datensätze hat der Ahrensburger nach eigenen Angaben dafür ausgewertet und für mehrere Namen Prognosen erstellt. Soweit der Blick in die Zukunft - noch aber haben Emma und Finn die Spitzenposition in Schleswig-Holstein inne.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 28.12.2017 | 19:30 Uhr

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