Stand: 03.07.2020 19:44 Uhr

Auster soll wieder in der Nordsee siedeln

Die Europäische Auster ist in Deutschland ist so gut wie ausgestorben. Unter anderem durch übermäßige Fischerei hat der Mensch den Austern die Lebensgrundlage geraubt. Ein Forscherteam des Alfred-Wegener-Instituts auf Helgoland will die Muschelart in der Nordsee wieder ansiedeln.

Großes Riff soll entstehen

Das Ziel der Helgoländer Wissenschaftler ist die Entstehung eines großen Riffs. "Die Europäische Auster ist ein Riffbildner", erläutert Projektleiterin Dr. Bernadette Pogoda. "Sie bildet Bänke und Riffe, also eine Kalkstruktur, auf der sich wiederum viele Organismen ansiedeln." Diese Organismen böten der Auster einen Lebensraum, Schutz und Nahrung. Außerdem sorgt die Auster laut Pogoda für sehr gute Wasserqualität.

Aus Larven werden Austern

Um ein Riff entstehen zu lassen, müssen tausende winzige Larven zu großen Austern heranwachsen. Damit das möglichst schnell passiert, füttert der wissenschaftliche Projektleiter Charitos Zapitis die Larven mit einem Konzentrat aus Algen - eine Mischung, die er in einem aufwendigen Verfahren selbst herstellt. Insgesamt dauert die Aufzucht drei Monate. Erst dann sind die Austern, sofern die Bedingungen stimmen, fortpflanzungsfähig und können ausgesiedelt werden.

Gut für die Umwelt

Ein Naturschutzgebiet vor Borkum ist für die Ansiedlung der Austern vorgesehen. Wenn das Projekt Erfolg hat, könnte auch der Meeresboden in der schleswig-holsteinischen Nordsee renaturiert werden. Renaturierung meint die Wiederherstellung eines negativ beeinträchtigten oder gar zerstörten Lebensraums. "Mit unserer harten Arbeit haben wir echt etwas erreicht. Nicht nur für uns, sondern für die Umwelt", sagt Zapitis.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 04.07.2020 | 19:30 Uhr

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