Stand: 26.05.2019 23:00 Uhr

Aus SH im EU-Parlament: Niclas Herbst, CDU

von Daniel Kummetz

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Nimmt Kurs auf Brüssel und Straßburg: Niclas Herbst, früher Landtagsabgeordneter, bald Europa-Parlamentarier.

Es war ein sicheres Comeback als Abgeordneter: Niclas Herbst zieht für die CDU ins Europaparlament ein. Der ehemalige Landtagsabgeordnete und heutige Direktor der parteinahen Hermann-Ehlers-Akademie stand auf Platz 1 der schleswig-holsteinischen Landesliste der CDU zur Europawahl. Von 2005 bis 2012 war Herbst Mitglied im schleswig-holsteinischen Landtag. Die ganze Zeit war er Mitglied im Europa-Ausschuss, die letzten drei Jahre als europapolitischer Sprecher seiner Partei.

Die kleinen Details der großen Politik

Für das Thema Europa engagiert sich der 46-Jährigen nach eigenen Angaben seit 20 Jahren. Herbst möchte trotzdem nicht als ein "Europa-Prediger" wahrgenommen werden. Er weiß zwar um die großen Errungenschaften der EU, preist die Gemeinschaft auch schon mal als "größtes Friedensprojekt unserer Geschichte", will sich aber auch um die vielen kleinen, vielleicht eher drögen, aber dennoch wichtigen Details in der EU-Politik kümmern - zum Beispiel im mehrjährigen Finanzrahmen. "Da wird man ganz viele Stellschrauben bewegen müssen - auch für uns hier in Schleswig-Holstein, um das in die richtige Richtung zu lenken", sagt er.

Europa soll ein "Raum der Sicherheit" sein

Konkret heißt das: Herbst will sich dafür einsetzen, die Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu erhalten und sich dafür engagieren, dass weiterhin Mittel für den ländlichen Raum, die Wirtschaftsförderung, die regionale Entwicklung und Landwirte nach Schleswig-Holstein fließen. Neben der Finanzpolitik interessiert Herbst auch die Sicherheitspolitik der Europäischen Union: "Es ist ganz wichtig, dass wir Europa wieder als Raum der Sicherheit begreifen", sagt Herbst. Für ihn zählt dazu eine eine funktionierende Küstenwache, ein europäisches FBI und eine europäische Verteidigungsunion.

Junge Union, Kreistag, Parteivorstand

Herbst wurde in Ratzeburg geboren und machte hier 1992 auch sein Abitur in der Kreisstadt des Herzogtum Lauenburgs. In diesem Jahr wurde er auch Kreisvorsitzender der Jungen Union und blieb das sechs Jahre lang. 1998 wurde er Kreistagsmitglied, zog 2000 in den Landesvorstand der CDU ein. Gleichzeitig wurde er Referent für Wirtschaftspolitik der Landtagsfraktion - nach dem er sein Magister-Studium in Politikwissenschaft, öffentliches Recht und Psychologie erfolgreich in Kiel abgeschlossen hatte. Zuletzt war er in der Staatskanzlei tätig als Koordinator zwischen Regierung, Partei und Fraktion und damit einer der wichtigen Vertrauten von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Herbst beschreibt sich selbst als Familienmensch. Er ist mit Innenstaatssekretärin Kristina Herbst verheiratet und Vater von drei Kindern. Die Familie lebt in Kiel.

Nach Brüssel beim dritten Versuch

Ins Europa-Parlament wollte Herbst schon länger: Es ist die dritte Anlauf, nach Straßburg und Brüssel zu kommen. Bei den Europwahlen 2009 und 2014 kandidierte er auf Platz 2 der Landesliste, doch es reichte nicht zum Einzug von Herbst. Dieses Mal schon.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.05.2019 | 06:00 Uhr

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