Stand: 26.05.2019 23:00 Uhr

Aus SH im EU-Parlament: Delara Burkhardt, SPD

von Daniel Kummetz

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Bald eine der jüngsten Abgeordneten im EU-Parlament: Delara Burkhardt.

Für sie geht es nun rein ins Getümmel, wie sie selbst sagt: Delara Burkhardt aus Kiel zieht für die SPD ins Europaparlament in Brüssel und Straßburg ein. Denn mit ihrer Kandidatur wollte sie Verantwortung übernehmen für das geeinte Europa und "nicht nur von der Seitenlinie pöbeln". Die 26 Jahre alte stellvertretenden Bundesvorsitzende der Jusos wird vermutlich zu den jüngsten Abgeordneten im neuen Parlament gehören. Sie ist davon überzeugt, dass junge Leute in der ersten Reihe mitmischen müssten, wenn es darum geht, Dinge zu verändern und die Zukunft zu gestalten.

Bundesparteitag verschaffte ihr sicheren Platz

Dass sie das nun tun kann, verdankt sie mehr dem Bundesgremien ihrer Partei als ihrer Landespartei. Denn die hiesigen Sozialdemokraten wählten Enrico Kreft aus Lübeck zu ihrem Spitzenkandidaten und wollten ihn damit prominent auf der Bundesliste der SPD zur Europawahl platziert sehen. Doch am Ende entscheidet darüber kein Landesparteitag, sondern einer auf Bundesebene - und der wählte Burkhardt auf Listenplatz 5 - eine sichere Sache. Mit der ungewöhnlichen Vorgeschichte haderte Burkhardt nicht lange - zumindest lässt sie es sich heute nicht weiter anmerken.

"Ein bisschen Wut"

Burkhardt regt es auf, dass manche internationale Unternehmen wie Google oder Amazon in der EU sehr wenig Geld an die Finanzämter abgeben. "Warum ist es möglich, dass große Konzerne hier weniger Steuern zahlen als jeder kleine Buchhandel", fragt sie. Die müssten ihren gerechten Teil für die Leistungen des Staates zurückgeben, fordert sie. Bei dem Thema, sagt sie, müsse man "ein bisschen Wut zulassen".

Gemeinsamen Antworten auf große Fragen

Die Politikerin will die Menschen mit europäischen Antworten auf die großen Fragen der Zeit von der EU überzeugen: Klimawandel, Digitalisierung, Migration. Gerade letzteres Thema ist eines ihrer Kernthemen. Sie findet es "einfach unerträglich, dass im Mittelmeer weiter Menschen sterben" und ärgert sich über "nationalstaatliche Taktierereien" einzelner Mitgliedsstaaten in der Migrationspolitik, die Lösungen verhinderten. Bei dem Thema hat sie auch eine persönliche Perspektive: Ihre Mutter kam selbst als politischer Flüchtling nach Deutschland.

Burkhardt tritt mit 15 in die SPD ein

Burkhardt kam 1992 in Hamburg zur Welt, wuchs ein paar Kilometer nördlich der Stadtgrenze auf - in Siek (Kreis Stormarn). Mit 15 Jahren trat sie in die SPD ein und begann, sich bei den Jusos zu engagieren. Dort kam sie erst in den Landesvorstand und ist nun Teil des Bundesvorstands. In der SPD ist sie Mitglied im Kreisvorstand. Ihr Abitur machte sie in Ahrensburg, studierte Politik in Kiel und Sozialökonomie in Hamburg. In dieser Zeit arbeitete sie für einen Abgeordneten und den DGB. Derzeit ist sie bei einer Hamburger Kommunikationsagentur beschäftigt und lebt in Kiel - und bald auch in Brüssel.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.05.2019 | 06:00 Uhr

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