Stand: 13.09.2020 18:02 Uhr

Auf den Spuren der Fischotter in Pinneberg

Er wird bis zu 1,30 Meter lang und 12 Kilogramm schwer. Er bewohnt unsere Gewässer - zu Gesicht bekommt man ihn aber nur sehr selten: der Fischotter. Die Tiere sind nachtaktiv und bewegen sich schnell und lautlos unter Wasser. Ihre Lebensweise ist zu großen Teilen noch unerforscht. Jedes Jahr ab September, wenn die Böden nicht mehr so trocken sind, machen sich Naturschützer auf Spurensuche. Einer von ihnen ist der ehrenamtliche Otterschützer Helmut Joachim. Er will in Pinneberg herausfinden, wie es um den Fischotter steht.

VIDEO: Auf den Spuren der Fischotter (3 Min)

Otter galten als Fischerei-Schädlinge

"Das ist ein echtes Glücksgefühl, wenn man weiß, dass sie hier sind", strahlt Helmut Joachim, als er einen asymmetrischen Fußabdruck in V-Form entdeckt. "Wir haben hier sehr schön die fünf Krallen. Daran erkennt man zweifelsfrei, dass es sich um einen Otter handelt." Das zeigen auch die Scharrhaufen und Gräten im Kot direkt unter der A7. Das ist einer von 50 Kontrollpunkten zwischen Pinneberg und Bad Segeberg, die Helmut Joachim einmal im Jahr mit seinem Kollegen kontrolliert. Seit den 70er Jahren setzt er sich für die Tiere ein, die damals in Westdeutschland fast ausgestorben waren. Otter galten als Fischerei-Schädlinge und wurden bejagt. Inzwischen haben die Otterschützer sogar Wildkameras installiert. Helmut Joachim schwärmt: "Der Fischotter gehört für mich zu den Tieren, die unheimlich viel Lebensfreude verbreiten."

Population nimmt zu

Was Fischotter aber nicht mögen, sind enge Rohrdurchlässe im Wasser. Das sei für die Tiere unangenehm, erzählt Helmut Joachim. Viele würden dann über die Straße ausweichen und dabei oftmals überfahren werden. "Ein Jammer", sagt der Otterschützer. Allerdings: An jedem zweiten Kontrollpunkt finden Helmut Joachim und sein Kollege inzwischen Spuren. Das sei erst seit ein paar Jahren so. In der letzten Roten Liste der bedrohten Tierarten galt der Fischotter noch als stark gefährdet. Mittlerweile gibt es schätzungsweise wieder 1.000 bis 2.000 Tiere in Schleswig-Holstein.

Helmut Joachim hat sogar mal einen Fischotter mit eigenen Augen gesehen: "Da steht der da und guckt mich völlig tiefenentspannt an. Herzrasen hoch drei. Das war ein Geschenk sondergleichen." Bis Februar werden die Otterschützer immer wieder unterwegs sein, um Spuren zu suchen. Wenn sich der Bestand weiter so gut entwickelt, gilt der Fischotter in Schleswig-Holstein in Zukunft nicht mehr als bedroht.

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Schleswig-Holstein Magazin | 13.09.2020 | 19:30 Uhr

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