Stand: 17.12.2019 05:00 Uhr

Arzt-Hotline bald rund um die Uhr erreichbar

Die zentrale Rufnummer 116117 der kassenärztlichen Notfallpraxen ist auf einem Werbezettel zu sehen. Diese sollen die Notaufnahmen der Krankenhäuser in ihren Regionen von weniger dringlichen Fällen entlasten. © picture alliance / dpa Foto: Markus Scholz
Die Notfall-Rufnummer 116 117 soll ab 2020 rund um die Uhr erreichbar sein.

Wer am Wochenende oder nach Feierabend einen Arzt braucht, kann bereits seit einigen Jahren die Telefonnummer 116 117 anrufen. Der ärztliche Bereitschaftsdienst nennt eine Praxis, die in der Nähe geöffnet hat. So sollen die Notaufnahmen für Notfälle freigehalten werden. Es geht also um Beschwerden, die nicht lebensbedrohlich sind, wie Fieber, eine Entzündung oder Erbrechen. Die Große Koalition hatte der Hotline einen Neustart verordnet.

Rufnummer funktioniert ohne Vorwahl

Wie die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) am Dienstag mitteilte, soll die 116 117 deshalb ab dem kommenden Jahr bundesweit zu einem umfassenden Patientenservice ausgebaut werden. Die Nummer, die deutschlandweit ohne Vorwahl funktioniert, wird ab 1. Januar 2020 an allen Tagen rund um die Uhr erreichbar sein - bislang gilt dies nur für die Zeiten außerhalb der üblichen Praxis-Öffnungszeiten. Mehr Informationen gibt es auf der Internetseite www.116117.de.

Passender Arzt und auch ein Termin

Medizinisch geschulte Mitarbeiter sollen Symptome, Vorerkrankungen und Risikofaktoren abfragen und Patienten entsprechend in eine Praxis oder eine Klinik weiterlotsen. Auf diesem Wege sollen auch Arzt-Termine vereinbart werden. Patienten erhalten allerdings keine Wunschtermine und sollten auch zukünftig zuerst selbst versuchen, einen Termin bei einem Arzt zu vereinbaren.

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Die Nummer 116 117 auf einem Handy-Bildschirm. © DPA Foto: Patrick Pleul

116 117 - So hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst

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Werbe-Kampagne läuft

Doch wie viele Schleswig-Holsteiner kennen die Telefonnummer? Jeder Dritte, so die Schätzung der KVSH, kennt die Nummer mittlerweile. Seit Monaten macht eine Kampagne mit zwei Frauen, in Rosa und Türkis gekleidet und mit Elfen-Flügelchen, humorvoll Werbung für die - Achtung Wortspiel - Nummer mit den Elfen. Doch hat die 116 117 bisher wirklich die Zahl der unnötigen Notaufnahmen verringert?

Ein Drittel gehört nicht in die Notaufnahme

Laut Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein gehört immer noch rund ein Drittel der Menschen, die in die Notaufnahme kommen, nicht dorthin. Andererseits werden laut KVSH bislang jährlich rund 270.000 Schleswig-Holsteiner durch den Telefonservice an Anlaufpraxen vermittelt. Die Zahl derer, die in die Notaufnahme gehen, aber zum Arzt sollten, nimmt ab. Von 2016 bis 2018 sank laut Kassenärztlicher Vereinigung die Zahl der ambulanten Behandlungen in den Notaufnahmen um sieben Prozent.

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Notrufnummer auf einem Rettungswagen. © fotolia Foto: Gerhard Seybert

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.12.2019 | 08:00 Uhr

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